Gästebuch

Wichtiger Hinweis:

Auf Grund von Spamattacken ist die Diskussion hier im Forum ab 19.11.06 eingestellt worden. Sie wir fortgesetzt unter:

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Ein weiterer, wichtiger Link zum Thema Bernsteinstrasse ist auch mit:

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Ich bitte um rege Beteiligung an der Diskussion!
( unter dem Leitgedanken: Jetzt erst recht!)

Schweiger Sunday September 10 2006 12:54:44 PM

Das Thema dieser Homepage, Bernsteinstrasse fasziniert mich, weil ich damit die Vorstellung verbinde dass, World-wide, schon immer eine Realität war. Ebenso waren Völker verbindende wirtschaftliche Beziehungen, die ja zum Beispiel jetzt im Zusammenhang mit der Himmelsscheibe von Nebra und dem Sonnenobservatorium in Goseck auch von fachkompetenter Seite diskutiert werden und für die von Politikern der Begriff Globalisierung geprägt worden ist, schon in vorgeschichtlicher Zeit üblich. Ich glaube, dass diese frühe, vorgeschichtliche Globalisierung mit den zivilisatorischen Leistungen der frühen Hochkulturen im Mittelmeerraum, im Besonderen der griechischen und römischen in einem Zusammenhang steht. Zivilisatorische Leistungen an die während der Jahrhunderte dauernden Christianisierung nicht nahtlos angeknüpft werden konnte. Einige der frühen Errungenschaften aus dieser Zeit sind überhaupt gänzlich verloren gegangen.
Was hat die Gestaltung der römischen Demokratie bis weit in die römische Kaiserzeit ausgezeichnet? Hier ist vor Allem eine den gesamten Mittelmeerraum umfassende hervorragend funktionierende Verwaltung zu nennen. Vom römischen Militärwesen hätten noch die Preußen lernen können, einheitliche Bewaffnung, eine straff hierarchisch strukturierte Organisation und gute Disziplin. Unter dem sicher zweideutig auslegbaren Begriff „ Brot und Spiele „ gab es, sicher anfechtbar; bereits so etwas wie eine soziale Grundsicherung. Kunst, Wissenschaft und Ingenieurwesen hatten ein hohes Niveau erreicht. Ich glaube schon, dass die Kirche bei der Christianisierung allen Grund hatte diese Leistungen zu ignorieren. Demonstrativ wurden heidnische Heiligtümer mit christlichen Bauwerken überbaut. Aus den hohen zivilisatorischen Leistungen in vorgeschichtlicher Zeit können wichtige, aktuelle Vergleiche mit der Gegenwart abgeleitet werden. Mit scheint, das in vorgeschichtlicher Zeit kriegerische Auseinandersetzungen weniger aus religiösen, oder allgemeiner formuliert aus ideologischer Gründen geführt worden sind. Sie waren hauptsächlich Folge wirtschaftlicher Rivalitäten und damit berechenbarer und stellten deshalb nicht die frühe Globalisierung der Vorgeschichte in Frage. Die mit großer Härte geführter Kriege in vorgeschichtlicher Zeit waren aber nicht durch die Unversöhnlichkeit gekennzeichnet, die weltanschaulichen Auseinandersetzungen eigen ist. Religiöse Vorstellungen und Einrichtungen der Besiegten wurden nicht angetastet und eine neutrale Haltung in religiösen Streitfragen eingenommen.
Allgemein bekannt ist ja die Haltung des Pilatus, der seine Hände in Unschuld waschen wollte. Ich denke, dass diese Art von Toleranz überhaupt eine Grundvoraussetzung für eine funktionierend Globalisierung und ein friedliches Zusammenleben der Völker ist. Selbst Stalin hatte mit seinem Ausspruch „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“, der in der DDR-Zeit oft zitiert wurde, die Problematik erkannt, was ihn allerdings nicht hinderte, seine Vorstellungen mit äußerster Brutalität durchzusetzen und was nicht verhindern konnte, dass beispielsweise die protestantische Junge Gemeinde mit großer Härte verfolgt wurde.

Diese Betrachtungsweise fordert den Vergleich mit der Gegenwart auch im politischen und weltanschaulichen Sinne heraus. Wie sehr verdeutlichen uns doch die Herausforderungen durch den Terrorismus, wie die wirtschaftliche Globalisierung und das friedliche Zusammenleben der Völker in Frage gestellt werden. Wie sehr wird uns doch verdeutlicht, dem Terrorismus mit Toleranz in religiösen Fragen zu begegnen. Ben Akiba, ein morgenländischer Weiser, hatte einmal gesagt:“ Es ist alles schon einmal da gewesen“ Wir sehen, dass man aus der Geschichte viele interessante Vergleiche zur Gegenwart ziehen kann. Wir sollten darüber in der offenen Art und Weise, wie ich es mit diesem Beitrag versucht habe, in tabufreien Diskussionen ins Gespräch zu kommen. Dazu wünsche ich uns Allen viel Erfolg und auch etwas Spaß.

Schweiger Saturday April 15 2006 9:26:50 PM

Bemerkenswert ist die angewandte Methodik, den Verlauf der Bernsteinstrassen an den Depotfunden fest zu machen (s. oben, dtv-Atlas), meiner Meinung nach eine vergleichsweise sehr objektive Festlegung. In der näheren Umgebung meines Wohnortes sind zum Beispiel vier Eintragungen von Depotfunden zu finden, einer rechts der Elbe, bei Elster und drei links der Elbe, irgendwie zwischen Wartenburg und Torgau.
Hier könnte der Zusammenhang mit dem Tourismus sehr konkret werden, wenn sich örtliche Heimatvereine der Sache annehmen und sich in Zusammenarbeit mit Museen, in denen diese Depotfunde sicher archiviert sind, diese Funde für die Gemarkungen ihrer Gemeinden zertifizieren lassen und sich somit
den „Titel“ zu legen können „ Ort an der Bernsteinstrasse“. Aus der Aneinanderreihung oder Vernetzung dieser Orte ergibt sich dann schon eine touristische Bewegungsrichtung und macht den Weg frei, diese durch weitere Initiativen aus zu füllen. (vielleicht eine ABM-Aufgabe).
Noch einige Angaben zu den Transport - und Marschleistungen: Für eine Tour standen 135 Tage zur Verfügung, Mitte Mai bis Ende September, Marschleistung zu Fuß 20-30 km/Tag, Gepäck 15-20 kg, Verwendung von Pferden seit der frühen Bronzezeit als Saum – und Zugpferd, zwei -und vierrädrige Wage bereits zur Bronzezeit (Wagenburgen bei Kimbern und Teutonen). Die Kelten kannten sehr wahrscheinlich schon die drehbare Vorderachse, Verwendung von floßähnlichen Booten auf dem Wasserweg, die wahrscheinlich als Feuerholz verkauft wurden.

Literaturhinweise:

  • Meyers enzyklopädisches Lexikon Bd.3 Mannheim, Wien, Zürich 1981 (korrigierter Nachdruck)
    Brochhaus Bd. 3 Mannheim 1987 19. Auflage
  • Fritz Freising: Die Bernsteinstrasse aus der Sicht der Strassentrasierung, Kirschbaum Verlag Bonn – Bad Godesberg 1977
  • Archiv für die Geschichte des Straßenwesens Herausgegeben von der Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen Heft 5
  • Ankner, D. : Zur naturwissenschaftlichen Begründung des Begriffes der „ Bernsteinstrassen“ In: Gb. Römisch- Germanisches Zentralmuseums Mains 13 1968, 296

In diesen beiden Beiträgen habe ich unter Anderem handschriftliche Aufzeichnungen eines Gastes unserer früheren Pension, im Jahr 2002, Herrn Ernst Zeller aus Gotha aufgearbeitet. Ich bin Herrn Zeller zu Dank verpflichtet. (Herr Zeller ist unter seiner damaligen Telefonnummer nicht mehr erreichbar)

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

B.Willing berndwil@t-online.de Dessau Sunday April 16 2006 11:16:26 AM

Eine Rekonstruktion des Verlaufs der Bernsteinstraße im Mittelelbegebiet ist nur im überflutungsfreien Raum möglich, der durch den Rand des Urstromtals vorgegeben ist. Im Urstromtal selbst gab es ständige Veränderungen des Flusslaufs. Nach der Eiszeit setzte die Bewaldung auch im Tal wieder ein und an den nicht mehr überfluteten Niederterrassen der Elbe entstanden durch Windeinwirkung mächtige Dünenbereiche. Dieser Prozess fand bei uns noch vor 2000 Jahren statt. Ein Urnenfeld auf den Dünen bei Aken (Fund von bronzezeitlichen Beigaben und einer Nero-Münze) ist heute mit zwei Metern Sand bedeckt. Die Wege änderten sich nach jedem Hochwasser. Diese so genannten "Wegebündel" sind teilweise im Luftbild noch erkennbar. In Ost-West- Richtung hat sich südlich der Elbe über viele Jahrhunderte ein Straßenverlauf erhalten, der auch heute noch genau rekonstruiert werden kann: die Bernburger Heerstraße. Sie verlief auf der Hochkante des Urstromtals über Osternienburg, Reppichau, Mosigkau, Dessau-Süd zum Muldübergang Stene. Ob sie zumindest zeitweise mit der Bernsteinstraße identisch war, lässt sich leider heute nicht mehr feststellen.

Ein frohes Osterfest !

P. Schulz Monday April 17 2006 11:58:45 AM

Sehr geehrter Herr Dr. Schweiger,

Ich hatte Glück. Ich konnte mir schnell die Karte von der Bernsteinstrasse (dtv – Atlas) beschaffen
Ein Studium dieser Karte von der Bernsteinstrasse legt weitere Deutungen nahe. Ihr Hinweis, den Verlauf der Bernsteinstrasse an den Depotfunden fest zu machen, bringt zunächst Seriosität und etwas Greifbares in
die Diskussion. Beim Studium der Karte ist mir allerdings aufgefallen, dass Depotfunde auch in größeren Entfernungen von der Elbe eingetragen sind. Aus diesem Widerspruch habe ich folgende Schussfolgerungen gezogen, die ich zur Diskussion stellen möchte.

Kann es sein, dass die Depotfunde ab Höhe Elster in Richtung Osten bzw. Cottbus Bestandsteil einer Verbindung zur Oder sein können? Eine solche Verbindung macht Sinn, weil damit Bernstein aus dem Baltikum unter Nutzung des stromabwärts gerichteten Elbweges, vielleicht auch unter Einbeziehung der Schwarzen Elster, mit geringem Energieaufwand bis zur Saalemündung transportiert werden konnte. Von dort konnte Saale aufwärts mit Erreichen der Naab wieder eine Fluss strecke stromabwärts bis Regensburg genutzt werden.
Dieser Weg ist auch der bequemste Weg, wovon man sich schnell mit einem Blick auf die Landkarte überzeugen kann! Die gleichen Verhältnisse liegen auch in Höhe der Zusammenführung der Elbe – Saale – Route mit der Elbe – Moldau- Route oberhalb der Brennerpassage vor. Hier ist die Verbindung mit der Oder – Route nach Aquilea recht offensichtlich. Auch die Depotfunde Zwischen Elbe und Rügen könnten als Abzeigung der Bernsteinstrasse gedeutet werden. Zu den weiteren im größeren Abstand von der Elbe eingetragenen Depotfunden könnten vielleicht auch ähnliche Erklärungen gefunden werden.
Wäre es möglich die Karte mit den Depotfunden in Gästebuch einzustellen?

Mit freundlichen Grüssen P. Schulz

Schweiger Monday April 17 2006 1:16:06 PM

Sehr geehrter Herr Dr. Willing,

Vielen Dank für Ihre instruktiven Hinweise. Es wird sicher sehr schwer sein, die sich in mehr als 2000 Jahren ständig geänderten Streckenführungen der Bernsteinstrasse im Detail nach zu weisen. Deshalb sollten wir vielleicht die Flusswege mit ihren Vernetzungen favorisieren. Vielleicht ergeben sich so nutzbare
Zielrichtungen (siehe auch Beitrag von Herrn P. Schulz)

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

B.Willing Dessau Saturday April 22 2006 12:30:07 PM

Heute erhielt ich einen Brief von Herrn Wagener von der lux concerts.events gmbh&co.kg. Herr Wagener ist auf der Suche nach Römervereinen bzw. Menschen, die in römischer Originaltracht an einer kulturhistorischen Großveranstaltung teilnehmen würden. Unter dem Motto "Charity for kids- ein Tag, den man nie vergisst" soll am 17.September 2006 auf der Rennbahn Magdeburg-Herrenkrug "das große Wagenrrennen- die Legende von Ben Hur" mit ca. 20 Kampfwagenfahrern stattfinden. Umrahmt soll das Ganze durch Gladiatorenkämpfe werden. Schirmherr der Veranstaltung ist OB Lutz Trümper. Ich kann leider nicht helfen, da ich keine Römerkleidung habe, aber da Magdeburg direkt an der Bernsteinstraße liegt, wäre auch aus dieser Sicht eine Kontaktaufnahme sinnvoll.

Schweiger Saturday April 22 2006 9:28:17 PM

Sehr geehrter Herr Dr. Willing,

Vielen Dank für Ihren Hinweis, der für mich aus folgendem Grund interessant ist:

Mir ist des öfteren von verschiedenen Seiten gesagt worden, dass das heutige Publikum Events bevorzugt. Hier bietet sich die Probe auf das Exempel. Ich bin noch immer lernbereit. Die Chancen für das Vorhaben sind ja auch nicht schlecht, da der Oberbürgermeister Magdeburgs die Schirmherrschaft übernommen hat. Wenn auch meine Aktivitäten mit dieser Homepage auf die Gewinnung von Senioren für historische Tourismusangebote gerichtet sind, habe ich doch auch selbst schon, nicht nur mit dem Gedanken gespielt, mit jugendlichen Akteuren ein Spektakel zur Flottenfahrt des Tiberius auf der Elbe im Jahr 05 nach Christi zu organisieren, sondern habe auch viel Kraft aufgebracht, diesen Gedanken, den ich ja von Ihnen, Herr Dr. Willing, aufgegriffen hatte, in die Tat um zu setzen. Leider, wie Sie wissen, ohne Erfolg. Wird das Spektakel in Magdeburg ein Erfolg, erhöhen sich auch die Chancen, vielleicht auch eine Nachbildung der Flottenfahrt diesmal erfolgreich organisieren zu können. Mit schwebt dabei vor, einen ständig wiederholbaren sportlichen Event zu gestalten, der von Ruderclubs entlang der Elbe in Form einer Art „Staffelregatta“ ausgetragen wird, etwa beginnend durch eine Ruderclub in Hamburg wird ein fiktiver schriftlicher Befehl des Tiberius stromaufwärts per Boot transportiert bis das Gebiet des nächster Ruderclubs erreicht ist. Dieser Ruderclub übernimmt dann diesen Befehl und transportiert ihn bis zum nächsten Club usw. Ziel könnte das Marina-Camp in Wittenberg sein. Ich denke, dass mit einer solchen Version eines Events sehr viel an sportlicher Betätigung erreicht wird. Man sollte trotz aller Vorbehalte darüber nachdenken. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich Leser des Gästebuchs dazu äußern würden. Es gehört nur etwas Mut dazu. In aller Offenheit sehe ich in der Gestaltung eines Events nach vorstehendem Vorschlag noch einen Weg, der die Seriosität meiner Homepage, die sich mehr an wissenschaftlich Diskussionen zu geschichtlichen Themen orientieren will, nicht gefährdet. An dem Event in Magdeburg dagegen habe ich nun persönlich meine Vorbehalte, die ich im Sinne der freien Meinungsäußerung verstanden wissen möchte. Dennoch stehe ich dem Vorhaben aus den oben geäußerten Gründen positiv gegenüber. In diesem Sinne werde ich vielleicht mit Herrn Wagener und dem Oberbürgermeister von Magdeburg, Herrn Trümper, Verbindung aufnehmen.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Saturday April 22 2006 10:30:59 PM

Sehr geehrter Herr Schulz,

Vielen Dank für die Übermittlung Ihrer originellen Schlussfolgerungen zur Vernetzung der Bernsteinstrassen. In wie weit solche Schlussfolgerungen in der Literatur schon geäußert worden sind kann ich nicht beurteilen. Im Zusammenhang mit der Ermittlung der genauen Fundorte zu den Bernsteindepots hoffe ich weitere Literatur auswerten zu können, so dass wir uns gegebenenfalls noch einmal austauschen können. Immerhin bin ich auf eine Literatutstelle gestoßen, nach der Bernstein als Handelsgut von der Ostsee über Mitteldeutschland nach dem Wesen transportiert wurde (J Werner, Arch. Zeugnisse für meroving.Handel in Ostpreußem, Germania 1933, 282f). Vielleicht hat hier die Oder- Elbknick-Route eine Rolle gespielt Zur Einstellung der Karte aus dem dtv-Atlas kann ich Ihnen keine Zusagen geben. Sie wissen, dass bei einer solchen jungen Literaturstelle die Übernahme einer Karte in ein Gästebuch rechtliche Probleme auslösen kann Nochmals besten Dank für Ihren Beitrag

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

B.Willing Dessau Sunday April 23 2006 8:43:47 AM

Sehr geehrter Herr Dr. Schweiger, da die Verläufe der Bernsteinstraßen und ihre zeitlichen Änderungen über Jahrtausende (die Straßen zur Nordsee sind älter, als die zur Ostsee) von grundlegender Bedeutung für eine Diskussion sind, empfehle ich die Einstellung einfacher Handskizzen (nur Flüsse und Straßenverlauf) statt der Originale. Ich habe beispielsweise im Bernsteinmuseum auf Rügen Bernsteinstraßen entdeckt, die bisher nirgendwo abgebildet waren.

MfG Schweiger

info@bernsteinstrasse.de www.bernsteinstrasse.de Bad Schmiedeberg Sunday May 7 2006 10:02:50 PM

Liebe Freunde der Diskussionsrunde im Gästebuch,

Seit Dienstag dieser Woche ist unter „Verlauf“ eine Karte zum ungefähren Verlauf der Bernsteinstrasse in die Homepage eingebaut worden. Gleich mit dem Erscheinen muss auf einige Ergänzungen bzw. Verbesserungen hingewiesen werden. Es wäre gut gewesen, wenn auch der so genannte Hellweg, ein uralter Weg, eingezeichnet worden wäre. Dieser verlief etwa ab Magdeburg nördlich um den Harz herum bis ins Ruhrgebiet. Ab den Quellgebiet des Main etwa in Höhe Hof hätte besser parallel zu dem rot gezeichneten Zweig der Bernsteinstrasse in nördlicher Richtung die Saale bis zum Anfang des Elbknickes und in südlicher Richtung die Naab bis Regensburg eingezeichnet werden sollen. Mit diesen Mängeln müssen wir vorerst leben, ich bitte um Verständnis. Dennoch dürfte die Karte die beabsichtigte Diskussion erleichtern. Aus dem Verlauf der Bernsteinstrassen und der Flüsse und vielleicht auch aus einer Aneinanderreihung der Depotfunde lassen sich mögliche uralte Verkehrswege leicht rekonstruieren. So ist kürzlich in der Regionalpresse im Umfeld meines Wohnortes eine Abhandlung über den Spargelanbau erschienen. Darin war die für mich interessante Mitteilung enthalten, dass im Jahr 568 in Stuttgart der erste Spargel gestochen worden ist, Stuttgart liegt in der Nähe de Quellgebiete der Donau und damit zwar nicht in der Nähe der in der Karte eingezeichneten Bernsteinstrasse. Dennoch kann man vielleicht annehmen, dass dieses Ereignis auf Kontakte zu dem östlichen Mittelmeerraum, die sicher über die Donau bestanden haben, zurückzuführen ist. Ich möchte noch einmal daran erinnern, dass wir verabredungsgemäß, mit der Eröffnung des Gästebuches, solche Ansichten, wie die soeben geäußerte, nicht unbedingt akzeptiert werden müssen aber sie sollten wenigstens zur Diskussion gestellt werden können. In diesem Zusammenhang bin ich durch einen sehr instruktiven Vortrag von Herrn Dr. Ullbrich aus Dessau ( Veranstalter war das Kolleg für Management und nachhaltige Entwicklung, Humperdingstrasse 16 06844 Dessau) darauf gestoßen, dass viele Pionierleistungen von Anhaltinischen Gelehrten und Dichtern vielleicht mit der Bernsteinstrasse, als einem „intellektuellen“ Schmelztiegel seit Urzeiten in irgend einem Zusammenhang stehen. Dazu will ich mich demnächst näher äußern.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Sunday May 14 2006 9:42:39 PM

Zu dem Vortrag „ Dichter und Gelehrte in Anhalt“ am 02. 05. 06 in Dessau von Herrn Dr. Ulbrich möchte ich mich, wie angekündigt, wie folgt äußern:

Herr Dr. Ulbrich hatte in seinem Vortrag eine interessante und umfangreiche Übersicht nach Sachgebieten und Geburts- und Wirkungsorten anhaltinischer Dichter und Gelehrter etwa ab 1750 vermittelt, die für mich den Eindruck hinterlassen hatte, dass Sachsen-Anhalt, oder das Gebiet um Saale und mittlere Elbe eine „intellektuelle“ Sonderstellung in Deutschland einnimmt. Wenn dieser Standpunkt akzeptiert wird, ist die Frage nach den Gründen und Ursachen dieses Sachverhaltes berechtigt. Ich sehe einen Zusammenhang mit den geo-strategischen (von unserem Ex-Kanzler geprägter Ausdruck!) Vorzugsrichtungen, die durch die Bernsteinstrassen seit Urzeiten bestehen. Über diese Strassen sind nicht nur Waren sondern auch know how-Kenntnisse bewegt worden. Sie sind Stätten eines intensiven Gedankenaustausches gewesen und entlang dieser Strassen hat es auch seit Urzeiten eine genetische Vermischung mit Angehörigen vieler Völker gegeben. Auf diese Weise hat sich entlang dieser Strassen eine kreative und tolerante Bevölkerung
herausgebildet, deren Wesenzug immer wieder die Ansiedlung intellektuell geprägter Menschen begünstigt hat. Soweit meine Meinung, das heißt eine von vielen Ansichten und Deutungsversuchen. Aus dem Vortrag von Dr. Ulbrich sollen wenige Pionierleistungen anhaltinischer Gelehrter, das Gesagte verdeutlichen.
Es ist schon bemerkenswert:
Naturwissenschaftler aus Sachsen-Anhalt waren Verfasser enzyklopädischer Werke. Zum Beispiel: Friedrich Mohs (177-1839), Grundriss der Mineralogie (1822-25) Johann Friedrich Naumann (1780-?), Naturgeschichte der Vögel Deutschlands. Georg Krause (1849-1927 war Herausgeber der Allgemeinen Chemikerzeitung ab 1877 Eduard Baldamus (1821-1893 war Herausgeber der Zeitschrift der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft Gustav Hinze 1879-1929) engagierte sich bereits 1932 für den Biberschutz an der Elbe.

Anhaltiner bekleideten Professuren in verschieden europäischen Ländern und in Amerika oder hatten wichtige Funktionen im Staatsdienst bekleidet Julius Eggeling (1842-1918 Professor in Edinburgh, Indologe Hans Hermann Behr (1818-1904) in San Francisco, Schmetterlingsexperte Heinrich Friedrich von Diez (1751-1817), preußischer Gesandter in Konstantinopel.

Bemerkenswert sind auch die Aktivitäten von Reformpädagogen aus Sachsen –Anhalt. Im Wirken von Gerhard Ullrich Anton Vieth und Adolf Werner aus Dessau kann man Vorläufer der jetzigen Sportgymnasien sehen. Bemerkenswert auch das Eintreten von Jenny Hirsch (1829 – 1902) aus Zerbst für die Rechte der Frauen. Zieht man noch in Betracht, dass sich eine ausgeprägte jüdische Kultur in Sachsen Anhalt ausbilden konnte (einen Vortrag zu diesem Thema von Herrn Dr. Ulbrich konnte ich leider nicht besuchen) und dass mit dem Sachenspiegel von Eike von Repgow aus Reppichau die Entwicklung des Rechtswesens in Europa maßgeblich beeinflusst wurde, so wird man nicht umhin können, Sachsen-Anhalt eine bis in die Frühzeit zurückreichend Weltoffenheit zu zubilligen, die aus mannigfachen Kontakten über die Bernsteinstrasse erklärt werden könnte. Ich hätte mir gewünscht, dass mehr Teilnehmer den Vortrag von Herrn Dr. Ulbrich besucht hätten. Sicher werde ich mich dazu noch einmal äußern.

Mit freundlichen Grüssen M.Schweiger

Rainer Pollmann r.pollmann@prt.de Augsburg Bayern Monday May 15 2006 9:42:22 AM

Sehr geehrter Herr Schweiger,
folgenden Artikel habe ich unter www.netzeitung.de gefunden. Möglicherweise ist der Inhalt bereits allgemein bekannt, mir war diese Nachricht jedenfalls neu.
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In Sachsen-Anhalt stoßen Archäologen auf einen etwa 2500 Jahre alten Grabschmuck und lernen daraus. Denn die Kelten, die diesen Schmuck einst trugen, lebten viel weiter südlich. Ein außergewöhnlicher Fund ist deutschen Archäologen in der Nähe des Ortes Obhausen in Sachsen-Anhalt geglückt. Der dort entdeckte Grabschmuck aus Bronze ist in Deutschland eine absolute Seltenheit. «So etwas habe ich bislang nur zwei, drei Mal gesehen. Die Stücke sind etwa 2300 bis 2600 Jahre alt» sagte der Archäologe Veit Dresely am Montag. Die Funde, die aus zwei völlig erhaltenen Gräbern geborgen wurden, seien sehr gut erhalten. Es handele sich dabei um eine Haarnadel, einen Halsring und eine Spange. Das Team war auf diese Stücke bei der Untersuchung eines Gräberfeldes aus der Eiszeit gestoßen, das sich in der Nähe eines 4400 Jahren alten Grabhügels befindet. Die bronzene Spange wurde einst genutzt, um ein Gewand zusammenzuhalten und von Kelten getragen.

Die Tatsache, dass Kelten zu dieser Zeit aber im heutigen Bayern und Böhmen lebten, belegt, so Dresely, ihre Handelskontakte mit der mitteldeutschen Bevölkerung: «Die Tradition setzte sich bis weit in die römische Zeit fort. Mitteldeutschland war aufgrund der guten Böden, der Salzvorkommen und der zentralen Handelswege über Jahrtausende hinweg ein beliebtes Siedlungsareal für Menschen unterschiedlicher Kulturen.» (nz)
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Mit den besten Grüßen aus Bayern
Rainer Pollmann

B.Willing berndwil@t-online.de Monday May 15 2006 8:09:53 PM

Die keltischen Schmucksachen findet man unter http://www.archlsa.de/funde-der-monate/02.06/index.htm. Sie belegen enge keltische Handelsbeziehungen zum mitteldeutschen Raum schon in der Eisenzeit. Für Latene- und römische Kaiserzeit liegen weitere Beweise enger kultureller und Handelsbeziehungen vor. Diese zeigen sich in der Übernahmen keltischer viereckiger Grabstätteneinfassungen (Chörau), keltischer Werkzeuge (Dessauer Schmiedegrab) und auch in Münzfunden, wobei das keltische Regenbogenschüsselchen von Raguhn der markanteste ist.

MfG

Schweiger Tuesday May 16 2006 11:56:24 AM

Sehr geehrter Herr Pollmann, Besten Dank für Ihren Beitrag im Gästebuch, der mit der darin enthaltenen Deutung der Kontakte mit den Kelten voll den Zielstellungen der Homepage „ Bernsteinstrasse“ entspricht.
In wie weit der angedeutete Lernprozess, der durch den Fund ausgelöst worden ist, der „dichterischen Freiheit“ des netzeitung-Mitarbeiters zu zuschreiben ist, mag ich nicht beurteilen. Mir gefallen jedenfalls solche Darstellungen, wie ich selbst auch meine Freude daran haben möchte, in der Homepage meine Meinung im Gästebuch äußern zu können.In diesem Sinne bitte ich auch alle Teilnehmer an der Diskussion
im Gästebuch das Leitmotiv der Homepage darin zu sehen, Freude an einer unvoreingenommenen Diskussion zu sehen. Denkbar wäre doch zum Beispiel auch in den keltischen Grabbeilagen einen Nachweis zu sehen, dass tatsächlich eine Keltin beerdigt wurde. Wenn man die heutige weltweite Freizügigkeit zum Vergleich in Betracht zieht, ist das doch nicht so abwegig. Könnte es vielleicht nicht auch so sein, dass die Siedlungsgebiete der Kelten viel weiter in Richtung Norden in Verbindung mit einem gleichzeitig sich vollzogenen Migrations-Prozess ausgedehnt waren? Wir sollten uns vielleicht von der überkommenen Vorstellung, hie Slawen, hie Germanen, hie Kelten in der bisher praktizierten Ausschließlichkeit lösen.

Nochmals besten Dank für ihren Beitrag.

Mit den besten Grüssen M. Schweiger

Schweiger Tuesday May 16 2006 2:39:29 PM

Sehr geehrter Herr Dr. Willing,

Ich möchte mich ganz besonders für den in Ihrem letzten Beitrag dokumentierten Hinweis auf die Ergebnisse der Archäologie in Sachsen Anhalt bedanken. In den „Funden des Monats^“ sind viele interessante Hinweise enthalten, die in die Thematik der Homepage passen und grundsätzlich ist mir eine eventuelle Kooperation lieber als eine Konfrontation als Folge einer verkrampften Rechthaberei. Sehr interessant finde ich die Plastik des Elefanten aus dem Kenotaph in Halle mit der interessanten Deutung als Grabbeilage eines durch einen Jagdunfall in Afrika getöteten unbekannten Fürsten von Herrn Florian Ruppenstein (Monat April 06). Ob der Menhir in Rothenschirmbach bei Eisleben (Jan. o6), oder die rätselhaften Hängebecken aus Wegeleben Landkreis Halberstadt und Landkreis Stendal (Sept. 06 Frau Regine Maraszek), oder die sensationellen Ausführungen zum Haschischkonsum der Neandertaler nach Untersuchungen an einem Harzstück von Unterkwalkmitz bei Grashof, Landkreis Stendal (April 2005, Autor: J Liptak und Andere), stimmen diese Funde mit der Kernaussage der Homepage „Bernsteinstrasse „ überein, dass die Fundorte im Umfeld der Bernsteinstrasse oder deren geostrategischem Vorläufer liegen.
Nochmals besten Dank für Ihren Beitrag

Mit den besten Grüssen M. Schweiger

Schweiger Tuesday May 16 2006 5:49:03 PM

Hinweis auf ein weiteres geschichtliches Thema! Wer Interesse an einer Diskussion zum Thema „Römer in Mitteldeutschland“ hat, sollte die Homepage www.Varusschlacht-am-Harz.de aufsuchen. Hier sind auch zurückliegende Diskussionsbeiträge zum Thema Bernsteinstrasse bis 2004 zu finden. Nach einer längeren Pause ist diese Homepage jetzt wieder aktiviert worden und bietet für kritisch eingestellte Leser ein breites Betätigungsfeld in der fairen Wahrnehmung konträrer Diskussionen.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Thursday May 18 2006 10:12:31 AM

Was kann die Genanalyse?
Zum Fund des Monats Febr. 2006 (Grab mit keltischer Schmuckbeilage) möchte ich noch eine Bemerkung loswerden, die sich an das Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt richtet und die man mir nicht übel nehmen möge. Ich kann die Leistungsfähigkeit der Genanalyse in extremen Anwendungsfällen nicht beurteilen aber vielleicht könnte eine verwertbare Genanalyse vom Skelett der bestatteten (vermutlichen) Frau zu aufschlussreichen Erkenntnissen führen. Ich erinnere mich an eine Pressemitteilung vor geraumer Zeit nach man in Irland? Genanalysen aus 5000-jährigen Grabfunden mit Genanalysen der ansässigen Bevölkerung verglichen hatte. Ich habe mir diese Mitteilung deshalb gemerkt, weil die Ehefrau eines Probanden mit treffenden, britischen Humor das Ergebnis mit dem Satz kommentierte: „Jetzt weiß ich auch, weshalb er so gern rohes Fleisch isst „ (Ich übrigens auch, Schabefleisch)

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Wednesday May 24 2006 3:09:48 PM

Auf der Homepage von AAS www.sagenhaftezeiten.com (einfach den Link unter Neuigkeiten in dieser Homepage Bernsteinstrasse anklicken) bin ich dieser Tage auf eine Abhandlung gestoßen, nach der im Stadtgebiet von Dresden ein vorzeitlicher Tempel gefunden worden ist. Wenn auch, die vielleicht sensationell aufgemachte Meldung durch nachfolgende Kommentare relativiert wurde, beinhaltet der Bericht einige Anknüpfungspunkte zum Verlauf der Bernsteinstrassen. Die Aussage, dass die Tempelanlage zu einem Netz von insgesamt 150 Tempeln gehört die Archäologen in Deutschland, Österreich und der Slowakei entdeckt haben, stimmt doch nach dieser Aufzählung mit der Generalrichtung der östlichen Bernsteinstrassen überein. Ich wäre sehr dankbar, wenn jemand das präzisieren könnte. Zum Ursprung der Anlagen weiß ich mit den dargelegten Ansichten, in den „neolithischen Monumenten eine Konsequenz einer Rivalität zwischen neu entstehenden Stämmen oder Völkern und in ihrer Errichtung eine Phase der Konsolidierung zu sehen, die auf die ursprüngliche Entstehung bäuerlicher Kulturen in der Mitte des Kontinents folgte“, nichts anzufangen. Wenn, die mit den Monumenten definierte Kultur nur 1oo bis 2oo Jahre überdauert hat, halte ich religiöse oder weltanschauliche Gründe, die sich sehr schnell überlebt hatten, für ihre Entstehung nicht für ausgeschlossen. Weltanschauliche Gründe, die von einer Bevölkerung, die sich aus einem Stammes- oder Volksverband herausgelöst hatte, gepflegt wurden. Wenn der ursprüngliche Volksverband aus der Donauebene im Norden von Serbien und Ungarn kam und die Emigranten den Generalrichtungen der Bernsteinstrassen folgten, wäre es nicht ganz abwegig, dass in naher Zukunft noch weiter nördlich entlang der Elbe solche Kreisanlagen gefunden werden. Ist das nicht der Fall, wäre vielleicht auch eine Bewegungsrichtung vom Norden her entsprechend den Ansichten von Günter Bischoff nicht ganz unlogisch. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Ursache, weshalb sich die angenommene Weltanschauung schnell überlebt hatte, in einer strengen kollektiven Lebensführung zu suchen sein könnte. Die Unterbringung in Gemeinschaftshäusern, wie in dem Bericht erwähnt, ist auch heut zu Tage nicht jedermanns Sache!

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Monday June 5 2006 4:34:41 PM

Hallo Freunde der Diskussionsrunde im Gästebuch, Der Versuch das Thema Bernsteinstrasse auf Grundlage einer Hypothese, der geostrategischen Vorzugsrichtung mit ihrer, die geschichtliche Entwicklung bestimmenden und Völker verbindenden Wirkung, zu gestalten, ist offensichtlich schwieriger durch zuführen als erwartet. Aus Literaturhinweisen, die mir am 27.06. 05 von Frau Schmidt- Kannius im Forum der Homepage < www.Varusschlacht-am-Harz.de > in dankenswerter Weise übermitteltet wurden, habe ich vorerst nur folgende Erkenntnisse gewinnen können: Depotfunde häufen sich im Umfeld von Elbe- und Saale. (Funde an Beilen: „ Bevorzugung des Elbgebietes ist offensichtlich.“) In einer übergeordneten, zentralen Aussage ist immerhin ein Hinweis auf Bernsteinschmuck zu finden: „Die Zugehörigkeit der mitteldeutschen Hortfunde zur gemeinsamen böhmisch – mitteldeutschen Aunjetitzer Kultur äußert sich in der Keramik und in einer Anzahl von Kleinformen, wie Dolchklingen, Noppenringen, BERNSTEINPERLEN, Pfriemen, Ösen- Schleifen- und Hülsennadeln“ (Wilhelm Albert von Brunn, Bronzezeitliche Hortfunde Teil 1 S. 20, Akademie-Verlag Berlin 1959) Bernsteinschmuck ist gefunden worden in: DIESKAU, Saalkreis Tafel 12, 6 und Tafel 19 der Fund- Abbildungen, Bernsteinperlen Museum Halle SCHLEINITZ, Kr. Meißen Ortsteil Wauden Tafel 86, 2 ; 4-7, Museum Dresden s. 962-998/51, 5 Bruchstücke großer, flacher an den Schmalseiten durchbohrter Bernsteinperlen, gefunden 1884 beim Pflügen im Tongefäß, das mit einen Teil des Fundes verlorenging! Früher irrtümlich unter Jessen Kr. Lommatsch? genannt. ZEHREN, Kr. Meißen, Tafel 1oo, 1-4, Museum Dresden Zugangs- Verzeichnis 1879/4. 2 Ösenhalsringe 2 Stücke Bernstein. Jetzt verschollen! RÖDERAU, Kr. Riesa, Tafel 81,6, Museum Riesa 4810-4825. Schmuckstücke, 22 Bernsteinperlen, 2 Bernsteinperlen und das Knochenröhrchen nicht mehr vorhanden! MOLKENBERG, Kr. Havelberg, Tafel 62, 14 Bernsteinkette, 5 kleine Bernsteinperlen. DEDERSTEDT, bei Eisleben, Tafel 8 – Tafel 9, Museum Eisleben Pl.193a, 292, 293, „ rote Masse“ Material unklar? KIEBITZ, bei Döbeln oder bei Falkenberg, Elster, Tafel 53, 31 durchbohrte Bernsteinstückchen. ORLISHAUSEN, Kr. Sömmerda, Tafel 71 – Tafel 72,4, Museum Erfurt, Tongefäß mit Steinplatte bedeckt, unter anderem 20 Halsringe, ein Teil des Fundes verloren gegangen! GÖDA, Ortsteil BIRKAU, Kr. Bautzen, Tafel 29/5b, Kettenschmuck aus 60 Perlen in Tönnchenform, Doppelperle verloren gegangen! Vergl.: Hluboka na Vltavou , Grabfund Pamatky 45 1954,125. Eine an sich magere Ausbeute, die durch verloren gegangene Funde noch negativer ausfällt. Eine Literaturstelle muss allerdings noch ausgewertet werden! Alle Funde liegen jedoch im Umfeld von Elbe und Saale, wenn man noch Entfernungen von maximal 45 km, wie bei Orlishausen bei Sömmerda und Göda bei Bautzen zulässt. Damit könnte man einen Versuch der Zertifizierung von „Orten an der Bernsteinstrasse“ entsprechend dem Vorschlag hier im Gästebuch vom 15. April 2006 starten, wenn denn dieser Vorschlag aufgegriffen würde. Es wäre sicher auch schon ein Erkenntnisgewinn einmal aus zu loten, ob die betreffenden Gemeinden diesen Vorschlag akzeptieren und wie die genannten Museen darauf reagieren. Womit ich die Diskussion auf eine Zielsetzung dieser Homepage, der touristischen Nutzung, lenken möchte. In diesem Zusammenhang einige grundsätzliche Bemerkungen: Wird fortgesetzt.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Monday June 5 2006 9:16:03 PM

Fortsetzung Ich bin inzwischen auf zwei Homepages aufmerksam geworden, in denen eine Fülle von Beitragen zu finden ist, die mit den hier dargelegten Auffassungen übereinstimmen, was unschwer mit Beispielen, die ich in einem späteren Beitrag darlegen möchte, belegt werden kann. Das ist einmal die bereits zitierte Homepage < www. sagenhaftezeiten.com > und zum anderen die Homepage < www. efodon.de >. Ich möchte den Besuchen meiner Homepage empfehlen, auch die genannten Homepages regelmäßig zu besuchen, weil hier sicher ständig Anknüpfungspunkte zum Thema „Bernsteinstrasse“ zu finden sind und auch zur Kenntnis genommen werden kann, dass eine große Zahl von Autoren in Erscheinung treten, die als potentielle Referenten für die Gestaltung von Seminaren bei der Realisierung des Seminartourismus gewonnen werden könnten. Eine Voraussetzung, dem Seminartourismus zum Durchbruch zu verhelfen ist allerdings nach wie vor, die Akzeptanz bei Reiseunternehmen und Tourismusverbänden zu gewinnen. Deshalb möchte ich als Nahziel zunächst mit den Aktionen „ Zertifizierung Ort an der Bernsteinstrasse“ und „Highlights entlang Elbe und Saale“ Klarheit zum Verlauf und der touristischen Bewertung der Bernsteinstrasse schaffen. Über jegliche Form der Mithilfe würde ich mich sehr freuen. Mein Engagement für den Seminartourismus beruht auf folgenden Erkenntnissen und Erlebnissen: Wird fortgesetzt

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Tuesday June 6 2006 3:18:10 PM

Fortsetzung Ich habe in unserer Pension viel Zeit aufgebracht, mich mit unseren Gästen zu unterhalten und dabei folgende Erkenntnisse gewonnen: Gesprächsstoff ergibt sich zu vergleichsweise profanen Themen. Breiten Raum nimmt die Behandlung persönlicher Probleme und Sorgen zu den Problemkreisen Krankengeschichten, Schwiegersohn und Schwiegertochter, Fortkommen der Kinder ein. Interesse an anderen Themen (Politik, kulturelle Ereignisse, Literatur, Geschichte) werden dann akzeptiert, wenn originelle Meinungen und sensationelle Neuigkeiten in die Diskussion gebracht werden. Ziel touristischer Strategien sollte es daher sein, Beides miteinander zu vereinen. Das kann am Besten nach wie vor mit der so genannten Pauschalreise und einer intensiven Betreuung der Reisegruppe erreicht werden. In einer Reisegruppe kann auch am Besten der Wunsch vieler Touristen erfüllt werden, interessante Menschen kennen lernen zu wollen. Mit dem Seminartourismus und der Kultivierung, auf hohem Niveau moderierter Diskussionen, wird darüber hinaus Gelegenheit einer aktiven Mitgestaltung und Profilierung geboten. Die Diskussion und nur die Diskussion konträrer geschichtlicher Auffassungen ist bereits ein nicht zu unterschätzender Markt, wenn man dazu eine effektive Organisationsform entwickelt. Ich kann es, in aller Offenheit; nicht nachvollziehen, weshalb sich Tourismusverbände so schwer tun, diesen einfachen Gedanken zu akzeptieren. Es sei mir die Bemerkung gestattet, dass man im Vergleich zu touristischen Baumassnahmen (zum Beispiel „Sichelturm“ bei Nebra und Mystery Park Interlaken) mit wesentlich geringerem Aufwand viele Touristen erreichen könnte. Ich bin mir natürlich bewusst, mit meinen Vorhaben einen Spagat zwischen wissenschaftlichen Anspruch und touristischem Kommerz vollziehen zu müssen. Aber ich halte es für falsch, deshalb die Auseinandersetzung überhaupt nicht führen zu wollen. Sicher ist es bequemer, sich auf die rein wissenschaftliche Erörterung zu beschränken. Werten Sie bitte in diesen beiden Bemerkungen als Ansichtssache. Ich werde in meiner Ansicht durch persönliche Erlebnisse bestärkt. Das Thema Bernsteinstrasse wurde von Gästen unserer Pension gut angenommen. Von einem Gast wurde mir zum Beispiel die Arbeit von W. Pflug (wurde oft im Forum < www.Varusschlacht-am-Harz.de > zitiert) genannt und darüber hinaus wurden mir Rezensionen zu dieser Arbeit aus dem Nachlass eines Angehörigen dieses Gastes überlassen, die ich dem Museum Dessau übergeben habe. Des Weiteren hatte ich Gelegenheit einen Vortrag von Herrn von Däniken zu besuchen. Die Zahl der Besucher übertraf alle Erwartungen! Entgegen, der vielfach vorgetragenen vornehmen Distanz zu den strittigen Themen des Vortrages. (von Däniken behandelt die Anwesenheit außerirdischer Intelligenz auf der Erde in der Vergangenheit) Gegenwärtig wird unmittelbar um unser Haus ein riesiges Investitionsvorhaben der hiesigen Kur-GmbH realisiert. Mit Abschluss dieser Baumaßnahmen entsteht eine der modernsten Kureinrichtungen Deutschlands. Diese ist in der Lage, auch gehobene Ansprüche (man verzeihe mir die Wortwahl) anspruchvoller Gäste zu erfüllen. Mein Engagement ist unter Anderen auch darauf gerichtet, einen kleinen Beitrag zur Offerierung eines besonderen kulturellen Angebotes zu leisten.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Thursday June 22 2006 2:42:12 PM

Hallo Freunde der Diskussionsrunde, In einem der letzten Beiträge hatte ich auf zwei Homepages hingewiesen, die wegen ihres Inhaltes nicht unstrittig sind. Ich strebe an, mit dieser Homepage ein Publikum zu erreichen, das sehr wohl sich zu Wert und Unwert der verschiedenen Themen auch in oben genannten Homepages ein eigenes Urteil bilden kann. Sie enthalten sicher eine Fülle von Hinweisen, die mit unserem Thema „ Bernsteinstrasse“ in einem Zusammenhang stehen. Es wäre daher falsch, dem verbreiteten Vorurteil folgend diese Homepages zu ignorieren. Ignoranz ist nur eine Abart von Dummheit. Das ist meine Ansicht. Unter Anderem in folgenden Themenkreisen, die in diesen Homepages behandelt werden, sehe ich Verbindungen zu unserem Thema: Verbindungen kultureller und wirtschaftlicher Art zu den Hochkulturen im Mittelmeerraum. Hierzu sind viele Beiträge zu finden, die Einflüsse bis in unser Gebiet aufzeigen. Die Verschiedenen Theorien zur Lokalisierung des sagenhaften Landes Atlantis. Kommentare zu archäologischen Funden. Mich hat zum Beispiel überrascht, dass von den verbreitet in Süddeutschland zu findenden rätselhaften so genannten Keltenschanzen einige Exemplare auch im Elbknick zu finden sind. Ich möchte gern mit dem Thema „Bersteinstrasse“ ein Bild zeichnen, in dem entlang dieser uralten „internationalen Trasse“ Toleranz und Kreativität seit Urzeiten fest verankert waren und dass Sachsen-Anhalt, das Umfeld dieser Strasse, schon immer deutsches Kernland war. Nicht nur der Alte Dessauer hat entscheidende Schlachten für Preußen geschlagen auch in der jüngsten Vergangenheit sind die zuverlässigsten Truppenkontingente der Wehrmacht, das heißt die hauptsächlich aus unserem Gebiet rekrutierten Divisionen sinnlos in Stalingrad geopfert worden. Viel wichtiger ist mir aber, den Zusammenhang dieses uralten Handelswege mit den kreativen Leistungen unserer Menschen auf zu zeigen, die jetzt zum Beispiel nur sehr bruchstückhaft mit dem gegenwärtig initiierten touristischen Projekt „Kohle, Dampf und Licht“ gewürdigt werden. Den so verstandenen Traditionen folgend würde ich daher auch meine Homepage gern spontanen entstehenden Themen öffnen und den Versuch unternehmen neue, und vielleicht auch unbequeme Themen zur Diskussion zu stellen. Im Zusammen mit der Fußballweltmeisterschaft ist jetzt zum Beispiel von den Medien die Frage aufgegriffen worden, ob sich in der allgemeinen Euphorie ein neu erwachtes Nationalgefühl manifestiert? Wer will sich dazu äußern? Ich werde das demnächst tun.

Mit freundliche Grüssen M. Schweiger

B.Willing berndwil@t-online.de Dessau Saturday June 24 2006 9:30:31 PM

 Sehr geehrter Herr Dr. Schweiger, die vor- und frühgeschichtlichen Funde im Bereich der Mittelelbe sind tatsächlich bemerkenswert. Die keltischen Einfluss vermuten lassenden Viereck-Objekte sind teilweise noch nicht untersucht. Die Anlage von Mennewitz gleicht mit ihren äußeren Ecken und inneren Abrundungen einer Keltenschanze wie ein Ei dem anderen, aber sie besteht nur aus einem Graben. Der Wall fehlt. Ebenso fehlen bisher datierbare Funde. Dem gegenüber gibt es in Kleinzerbst keine Keltenschanze. Der diesbezügliche Eintrag in eine bekannte Karte ist falsch. Ebenso ist der Fundort eines Doppelspitzbarrens im Elbeknick falsch eingetragen. Trotzdem gibt es ein unverkennbares Zusammentreffen von keltischen Einflüssen aus dem Süden und germanischen Einflüssen aus dem Norden (Jastorf-Kultur), die sich befruchtend im Mittelelbegebiet vereinigten. Völlig ungelöst ist immer noch Herkunft und Verwendungszweck der Briquetagefunde im Raum Dessau-Köthen-Zerbst, da es hier keine Salzvorkommen oder Salzflüsse gibt. Die Hypothesen reichen von salzhaltigen Pflanzenaschen bis zum Umsieden von Salzbruch. Es gibt also noch genug zu erforschen. Die jüngere, vor allem die militärische Geschichte würde ich aber aus der Bernsteinstraßen-Diskussion heraus lassen, da sie leicht missverstanden werden könnte. Was soll man zum Beispiel daraus ableiten, dass in Dessau die Nazis schon vor 33 am Wirken waren und in Großkühnau den Reichsarbeitsdienst gründeten, der als erstes Objekt in Groß-Deutschland eine Straße nach Mosigkau baute? Wie soll man die Zyklon-B-Produktion in der Dessauer Gärungschemie nach dem Missbrauch noch sinnvoll diskutieren? Das einzige, was aus der Geschichte des letzten Krieges interessant bleibt, ist die Tatsache, dass das Gebiet unmittelbar rechts und links der Elbe die letzte Zufluchtstätte der zurückströmenden Truppen war und dass sich deshalb in diesem Gebiet noch viele Fluchtdepots, vielleicht bis hin zum Bernsteinzimmer, befinden dürften. So wird in Sachsen-Anhalt immer noch nach einem verborgenen Archiv aus der Nazizeit gesucht, das die Alliierten als Einziges nicht gefunden haben. All dies beweist eigentlich nur die besondere Bedeutung eines Flusslaufs und seiner Randbereiche als Transportweg, aber auch als schützende Rückzugslinie. Eine Patriotismusdiskussion halte ich an dieser Stelle für wenig angebracht. Patriotismus ist eine neuere Erfindung und passt einfach nicht in die besondere vor- und frühgeschichtliche völkerverbindende Entwicklung unserer Region hinein.

Mit freundlichen Grüßen B.Willing

Schweiger Sunday July 2 2006 2:17:31 PM

Sehr geehrter Herr Dr. Willing,

Ich habe mir schon selbst Vorwürfe gemacht, dass ich mit meinem Vorstoß Missverständnisse auslösen kann. Das ist um so bedauerlicher, weil ich mich bei der Gestaltung meiner Homepage davon leiten lasse, lehrreiche Rückschlüsse aus der Vor- und Frühgeschichte zur Gegenwart , so wie ich diese nach meinem Verständnis sehe, zu ziehen. Vielleicht kann ich das, wie angekündigt, am Thema „Nation“ rüberbringen. Dazu möchte ich zunächst meine Ansicht zur Entstehung, dem Werdegang und dem Niedergang einer Nation zur Diskussion stellen. Eine Erklärung für die Entstehung oder Genesis einer neuen Nation ist nach meiner Meinung im Zusammenhang mit der unmittelbaren biologischen Auslegung der Begriffes Genetik zu sehen. Neue Völker entstehen durch genetische Vermischung, entweder durch Migration oder bei der Kolonisation schwach besiedelter Territorien. Vielleicht kann das als Beispiel am Werdegang Preußens erklärt werden. Die Geburtsstunde Preußen liegt in der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg. Nach den verheerenden religiösen Auseinandersetzungen dieses Krieges erfolgte in dem durch Krieg und Epidemien entvölkerten Land eine intensive genetische Vermischung von Slawen und Germanen. Ich bin mir sicher, dass diese Aussage belegt werden könnte, wenn denn kirchliche Aufzeichnungen bis in diese Zeit zurückverfolgt werden können. Es würde sich lohnen entsprechende Studien zu initiieren! Hinzu kam, dass die preußischen Könige es in der Folgezeit hervorragend verstanden hatten, protestantische Flüchtlinge aus ganz Europa (Hugenotten, Salzburger und andere) auf-zunehmen. Einigendes ideologisches Element war somit der von Luther geprägte Protestantismus. Diese Auffassung steht damit klar im Widerspruch zu der, im Besonderen von den Nazis erhobenen, Forderung nach „germanischer Reinrassigkeit“. Vielen Anhängern aus der rechten Ecke ist gar nicht der logische Widersinn einer solchen Forderung bewusst. Bismarck war einer der Wenigen, die auch den slawischen Ursprung des Preußentums anerkannt hatten. Kürzlich war von den Medien der Begriff „preußische Tugenden“ aufgegriffen worden. Wer diese Tugenden für sich in Anspruch nehmen will, sollte auch anerkennen, dass die Preußen eine beispielhafte Immigrationspolitik betrieben hatten. Eine Politik, die durchaus elitäre Komponenten beinhaltete. Sie setzten auf die Leistungsfähigkeit und dem Leistungswillen der Einwanderer. Wer wegen seiner Überzeugung seine Heimat verließ und das im festen Vertrauen darauf, in der Fremde bestehen zu können brachte wahrhaftig ausgezeichnete genetische Vorzüge mit, die für das Gastvolk ein Gewinn waren. Das so entstandene „preußische Volk“ erreichte den Höhepunkt seiner Entwicklung in der Zeit um 1900. Ich erinnere mich, jetzt kürzlich in der Presse die Abbildung eines Lebensbaumes aus dieser Zeit als ideal ausgebildeter Pyramide gesehen zu haben. Mit dem ersten Weltkrieg und der genetischen Schwächung infolge der vielen Gefallenen wurde der Niedergang dieses Volkes eingeleitet und durch den zweiten Weltkrieg endgültig vollzogen. Die gegenwärtigen Geburtenraten sprechen eine deutliche Sprache. Diese bedauerliche Entwicklung sollte emotionslos gesehen und der Realität entsprechend die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Es scheint, dass die weitere Entwicklung durch die Immigration diktiert wird. Gelingt es wertvolle, auf Leistung orientierte Einwanderer zu gewinnen, mag sich in den nächsten Jahrhunderten die Neugeburt eines neuen, sicher völlig anderen Volkes wiederholen. (die bei nicht wenigen Einwanderern zu beobachtende professionelle Inanspruchnahme von Sozialleistungen muss dagegen mit Sorge gesehen werden weil diese den Prozess des Niederganges beschleunigt) Die Chance, durch Immigration eine ständige genetische Auffrischung ( wie in den USA ) zu steuern ist eine Herausforderung an die Politik und sollte nicht vergeben werden. Ich denke, dass sich entlang eines breiten Korridors um die Bernsteinstrasse auf Grund der geo-strategisch bevorzugten Bewegungsrichtung zumindest in der Vorgeschichte sich ständig eine solche genetische Auffrischung vollzogen hat. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Menschen, die das Sonnenobservatorium bei Goseck errichtet und die Himmelsscheibe von Nebra geschaffen hatten, einfach irgendwann verschwunden sind und anderen Völkern Platz gemacht hatten. Sie leben genetisch in uns weiter und sind Ursprung des einzigartigen von Toleranz und Kreativität geprägten Charakters von uns Sachsen-Anhaltern, wie ich denke, trotz der von Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Willing, zurecht aufgeführten negativen Beispiele während der Nazizeit. Das Umfeld der Bernsteinstrasse hat eine Entwicklung durchlebt, die nicht nur bis in die Zeit der Errichtung der ägyptischen Pyramiden zurückreicht, sondern hat sich auch durch eine einzigartige Bewahrung und Weiterentwicklung des jeweiligen Höchststandes der Technik bis jetzt ausgezeichnet, eine Entwicklung, die durchaus geeignet ist, auf der Grundlage anspruchvoller Diskussionen Touristen, besonders aus Übersee, für unser Bundesland zu interessieren. Ich bin mir bewusst, dass über die angeschnittene Thematik noch sehr viel mehr gesagt werden könnte und gesagt werden muss. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass ich zu dem Thema nicht recherchiert habe und dass ich vielleicht bereits irgendwo geäußerte gleiche oder ähnliche Ansichten wiedergegeben habe. Ich würde mich freuen, wenn das der Fall wäre. Ich nutze einfach die Chance der freien Meinungsäußerung, in der ich den Leitgedanken dieser Homepage sehe. Die Entwicklung der Nationen durchläuft einen Prozess, der dem Lebenslauf eines einzelnen Menschen, mit den gleichen psychologischen und geistigen Symptomen gleicht (Kindheit, steigende geistige und körperliche Entwicklung, Karriereknick, abnehmende geistige und körperliche Leistungsfähigkeit). Meinen Ansichten entsprechend sehe ich in dem amerikanischen Volk eine Nation, die den „Karriereknick“ noch nicht überschritten hat. Ich werde mich dazu demnächst äußern. Zum aktuellen Anlass dieses Beitrages, der emotionalen Aufwertung des Nationalgefühles infolge der Fußballweltmeisterschaft möchte ich noch bemerken, dass die Leistungsfähigkeit unserer Nationalmannschaft ganz wesentlich durch Einwanderer bestimmt wird und das ist gut so. Man sollte gerecht sein. Hier ist kein Platz für eine Deutschtümelei. Hier vollzieht sich auf einem kleinen Teilsektor des gesellschaftlichen Lebens eine hoffnungsvolle Entwicklung.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Wednesday July 12 2006 10:29:33 AM

Ich möchte das Thema „Nation“ aus meiner Sicht mit einem Beitrag über meine Ansichten zur Entwicklung der amerikanischen Nation abschließen. Zunächst kann man davon ausgehen, dass in den Siedlern aus Europa durchaus als eine Auslese gesehen werden muss. Ich möchte das nicht als eine emotionale Bewertung sondern als logische Schlussfolgerung verstanden wissen Diese Siedler einte der feste Wille nach persönlicher Unabhängig und Gestaltung eines Gemeinwesens das diesem Willen Rechnung trägt. Die Durchsetzung von „law and order“ wurde gewählten Sheriffs übertragen, nachhaltige Wahrnehmung als Hauptdarsteller der beliebten Westernfilme, unter primitivsten Bedingungen wurde dennoch Geselligkeit und Zusammengehörigkeitsgefühl gepflegt (bis auf den heutigen Tag). Mit der Wahrnehmung dieser Schutzaufgabe ist das Wirken der Sheriffs durchaus vergleichbar mit der Wahrnehmung einer Schutzfunktion durch die Häuptlinge und Ritter in der Vorzeit und Frühzeit und vielleicht auch der japanischen Samurai (kann ich weniger beurteilen). Diese primäre arbeitsteilige Aufgabe hatte auch in der Vorzeit und Frühzeit zunächst nichts mit einer ausbeuterischen Aneignung gesellschaftlichen Reichtums zu tun. Die Entwicklung einer Klassengesellschaft (im Marxistischen Sinne) setzte erst ein, als versucht wurde, die für die Schutzfunktion zugestandenen Rechte und „Vergütungen“ erblich zu machen. Nun haben aber tüchtige Väter keineswegs auch immer tüchtige Söhne (und umgekehrt) Dieser Mangel wurde versucht mit einer elitären Erziehung zu kompensieren, um weiterhin die Schutzfunktion wahrnehmen zu können. Alles hat also seinen Preis. Diese Entwicklung hat Amerika nicht durchgemacht. Die im den Westernfilmen nachgezeichnete Periode oder Epoche kann man als Kindheit der Amerikanischen Volkes bewerten. Mit dem amerikanischen Bürgerkrieg wurde mit der Durchsetzung und festen Verankerung demokratischer Prinzipien im Bewusstsein des Amerikanischen Volkes der Reifeprozess des amerikanischen Volkes eingeleitet, der mit dem Eintritt in die internationale Politik zum 1. Weltkrieg abgeschlossen wurde. Aus der bisherigen Argumentation erwartet man sicher die Schlussfolgerung, dass gegenwärtig die Amerikaner die Weltherrschaft anstreben. Ich bin mir nicht sicher, ob das die Amerikaner selbst ganz bewusst so sehen. Auf Grund ihrer Wertevorstellungen geraten Sie an vielen Orten der Welt in Interessenkonflikte. De facto üben sie allerdings die Weltherrschaft mit mehr oder weniger großen Einschränkungen aus. Man mag das nun als imperialistische Machtausübung im Auftrag des Kapitals oder als notwendiges Engagement einer Ordnungsmacht je nach weltanschaulicher Grundeinstellung sehen. Über diesen Versuch einer kurzen Beschreibung der Entwicklung des amerikanischen Volkes in diesen Beitrag hinaus, ist es wichtig auch auf die weitere Entwicklung ein zu gehen. Gelingt es der amerikanischen Führung oder Administration weiterhin mit einer effektiven Einwanderungspolitik leistungsbereite Einwanderer in das Land zu holen und gelingt es bei den militärischen Verwicklungen die Menschenverluste gering zu halten, so kann man für einen sehr langen Zeitraum den Bestand einer leistungsfähigen (durch ständige genetische Auffrischung) Nation prognostizieren . Hier sehe ich Parallelen zur Bernsteinstrasse über die sich viele jahrhunderte lang wahrscheinklich ständig eine genetische Auffrischung vollzogen hatte. Auf Grund dieser Parallelen sehe ich aber auch Chancen für den Tourismus. Im Besonderen die US-Amerikaner haben viel römisches Gedankengut in ihrer Verfassung eingebaut. Das Pentagon mag dafür als Synonym gesehen werden. Ich denke schon, dass man mit anspruchsvollen Bildungsreisen und darin eingebauten anspruchsvollen Seminaren zu geschichtlichen Themen Interesse wecken werden könnte. Auch könnte ich mir vorstellen, dass die Erklärung ihrer eigenen nationalen Identität aus dem Vergleich mit vorgeschichtlichen Entwicklungen für US-Touristen interessant ist. Gegenwärtig können fundamentale mentale Unterschiede zwischen Amerikanern und Europäern nicht geleugnet werden. Präsident Bush hat schon recht, wenn er vom alten Europa spricht. Kürzlich war mir ein Buch geschenkt worden mit dem Titel „Amerikas Kreuzzüge“ (Verfasser: Claus Kleber, Tagesschau- Moderator im ZDF, Bertelsmann Verlag 2005 ISBN 3-570-00834- 7). Bemerkenswert in diesem Buch finde ich den Ausspruch eines Bettlers (S.7): „Das System ist schon in Ordnung. Daran, dass ich es nicht geschafft habe, sind doch nicht die anderen schuld.“ Eine ähnliche Meinungsäußerung würde ich gegenwärtig in Deutschland völlig ausschließen! Im Übrigen stimmen die Grundaussagen dieses Buch mit oben stehend skizzierten Ansichten überein. Ich bin mir bewusst, dass mit der Darstellung genetischer Zusammenhänge nur ein Teilaspekt des Themas „Nation“ behandelt wird. Auch bin ich mir darüber im Klaren, wenig Zustimmung mit der Betonung der Leistungsbereitschaft als treibende Kraft beim Wachsen einer Nation zu finden. Mit dem Versuch, auf Grundlage einer Theorie politische Schlussfolgerungen für den Erhalt einer Nation weiter zu geben komme ich einer persönlichen Pflicht gegenüber meinem Vater nach. Er hatte 1930 ein Buch unter dem Titel „Aufstieg oder Untergang“ (Verlag Otto Hillmann, Leipzig,) veröffentlicht, in dem er eindringlich vor einem neuen Krieg gewarnt hatte. Das reichte aus, dass die weitere Drucklegung dieses Buches von den Nazis kurzer Hand verboten wurde. Es soll mit der Einstufung „Geheim“ in der Deutschen Bücherei in Leipzig archiviert sein. Dieses Verbot hat mit mich seit meiner Kindheit geprägt. Allem Neuen stehe ich aufgeschlossen gegenüber und akzeptiere zunächst alle Meinungen. Die Wahrheitsfindung ist für mich ein schwieriger Prozess. In Erinnerung an die millionenfache Heilrufe, die diese System gestützt hatten sind mir im Besonderen so genannte Mehrheits-Meinungen eher suspekt. Keiner kann aus seiner Haut. Ich bitte das zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Monday July 17 2006 8:35:11 PM

Möchte auf einen Beitrag in Spiegel-online , heute 17. 07 hinweisen " Forscher wollen das Kelten-Rätsel lösen". Hat doch ein wenig mit den Bernsteinstrassen zu tun. Mein Enkel hatte diesen Beitrag am PC stehen lassen, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

B.Willing berndwil@t-online.de Tuesday July 18 2006 9:05:30 PM

Sehr geehrter Herr Dr. Schweiger,

die keltische Geschichte ist hoch interessant, aber die Kelten siedelten nach der herrschenden Lehrmeinung nur bis in den halleschen Raum. Nördlich davon hören die Körpergräber auf, und es blieb nur ein starker keltischer Einfluss bis zur Elbe. Interessant ist vor allem die vor- und frühkeltische Bronze- bzw. Hallstadtzeit, in welcher auch hier eine Kultur vorherrschte, die man schon als Hochkultur bezeichnen könnte. Hierzu fand ich folgenden interessanten Beitrag über den Abtrag des Räderbergs in Halle in einem alten Heimatbuch: "Nach wenigen Spatenstichen stießen die Arbeiter auf eine Menge lang ausgestreckter Gerippe, die sämtlich metallene, riesige und gleichsam gedrehte Hals-, Arm- und Beinringe um die Gliedmaßen hatten. Man fand dergleichen Pferdegeschirre, Finger- und Ohrringe von starkem Metlldraht mit einer runden Scheibe von der Größe eines Markstücks. Das Merkwürdigste, was man fand, war eine Art bronzener Rechentafel, viele kleine Stifte in zwei Reihen auf einer Platte angebracht und einige noch darauf passende Ringe." Diese Arbeiten müssen in der Mitte des 19.Jahrhunderts begonnen haben. Die Fundgegenstände sind vermutlich in privaten Sammlungen verschollen, genau wie die aus dem Jahr der Fortsetzung der Arbeit 1875. Erst die letzten Funde 1894 wurden wissenschaftlich aufgenommen. Wenn es sich bei der bronzenen Stiftplatte tatsächlich um eine Rechentafel gehandelt hat, wäre dies ein ebenso wichtiger Beweis für eine Hochkultur, wie die Himmelsscheibe. Am Räderberg führte übrigens im Mittelalter die alte Handelsstraße von Magdeburg vorbei, und es ist nicht auszuschließen, dass auch die Bernsteinstraße diesen Weg nahm und die Kultur brachte.

Mit freundlichen Grüßen B.Willing

Schweiger Wednesday July 19 2006 8:40:16 PM

Sehr geehrter Herr Dr. Willing,

Vielen Dank für Ihre Hinweise zu den Siedlungsgebieten der Kelten und den archäologischen Funden Beim Abtrag des Räderberges in Halle Es ist schon erstaunlich, dass früher von wirklich sensationellen Funden kaum Notiz genommen wurde. Der Spiegel-online Beitrag hat insofern etwas mit der Bernsteinstrasse zu tun, weil hier auf Kontakte zum Mittelmeerraum hingewiesen wurde und die angegebenen Fundorte das Umfeld der Bernsteinstrassen tangieren. Wenn das Kelten-Rätsel in dem Abbruch der Entwicklung zur Hochkultur gesehen wird und die Heuneburg etwa 400 vor Ch. aufgegeben wurde, so denke ich ( ich nutze den Vorteil in dieser Homepage meine Ansicht darlegen zu können ), dass damit nicht die ansässigen Menschen das Weite gesucht hatten. Vielleicht wollten sie keine Adelsdynastien und hatten einen so hohen technologischen Entwicklungsstand und eine große wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangt, dass auch nicht die Notwendigkeit bestand, diesen Weg begehen zu müssen. Wie die technologische Entwicklung zu einer völlig neuen Situation führt, sehe ich an der Entwicklung von Handfeuerwaffen. Etwa 50 Jahre lang bestimmten Karabiner, ähnlich den Karabiner 98 K (ist eine Schuss-Hieb und in Verbindung mit dem Seitengewehr eine Stichwaffe) die Ausrüstung der Bodentruppen. Ihr wirkungsvoller Einsatz erforderte große Heere. Mit der Einführung von halbautomatischen Sturmgewehren in Verbindung mit einer Volumenverkleinerung der Munition wurde der Guerilla-Krieg und dessen Anwendung auch von Terroristen möglich. Aus eigenem Erleben können wir heute nicht beurteilen, was für eine furchtbare Waffe vielleicht in Vorzeiten ein Eisenschwert war.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Monday July 31 2006 11:03:46 AM

Zu York von Wartenburg Manchem mag meine Betonung der geo-strategischen Bedeutung, die seit Urbeginn die Bernsteinstrassen ausgezeichnet hat, als Spinnerei aufstoße Aber es gibt Zufälle die vielleicht Anstoß für ein Umdenken sein können. Zufällig habe ich unter York von Wartenburg bei Google folgende Aufzählung von Schauplätzen militärischer Auseinandersetzungen gefunden: York von Wartenburg führte 1806 die Vorhut des Herzogs von Weimar und musste sich nach der Katastrophe von Jena / Auerstedt durch den Harz zurückziehen. Bei der Deckung des Abzuges von Blücher nach Norden befehligte er am 26. Okt. 1806 das erfolgreiche Gefecht bei Altenzaun (Landkreis Stendal) Danach deckte er die Nachhut Blüchers. In Lübeck wurde er in Straßenkämpfe verwickelt, verwundet und gefangen genommen, 1807 nach der Schlacht bei Friedland erst wieder frei gelassen. Im Freiheitskrieg gegen Napoleon zwang er im Okt.1813 die Franzosen bei Wartenburg hinter die Elblinie und am 20. Okt. über die Unstrut. Das sind alles Orte, die sich nach meinem Verständnis im Umfeld der frühen Bernsteinstrasse befinden. Interessant ist für mich vor Allem, dass auch an der Unstrut Kampfhandlungen stattgefunden haben. Das bestärkt mich in meiner Ansicht, dass etwas dran sein kann an der im Forum Dr. Friebe geführten Diskussion um Halberstadt. Eine römische Enklave halte ich nicht für ausgeschlossen. Man vergleiche einmal in einer groben Betrachtung die ähnlichen Ausgangssituationen. Ein Aggressor bricht von der Rheinlinie in Deutschland ein. In kurzer Zeit ereignen sich entlang der Saale-Elbelinie bis Lübeck kriegerische Auseinandersetzungen. Um Christi Geburt erreichten die Römer auf verschiedenen Wegen die Elbe, Lucius Domitius Ahenobarbus benutzte 02 vor Christi die Naab-Saaleroute. Sein Elbübergang, der bis heute noch nicht bekannt ist, könnte auch bei Wartenburg stattgefunden haben. Mit der Flottenfahrt des Tiberius wurde der gesamte Elbverlauf in die Auseinandersetzungen einbezogen. Ich glaube schon, dass diese Ähnlichkeiten mit noch nicht ausreichend erforschten gesetzmäßigen Bedingungen in einem Zusammenhang stehen. Zu mindest kann man diese Betrachtungsweise als Hypothese stehen lassen und daraus strategisch, taktische Überlegungen zum weiteren Vorgehen in der geschichtlichen Forschung ableiten. Das ist auf jeden Fall besser als sich mit Meinung und Gegenmeinung im uferlosen Raum zu bewegen. Dabei bin ich der Meinung, dass man meinen Vorschlag, wie übrigens auch alle Ansichten zu geschichtlichen Entwicklungen ergebnisoffen behandeln sollte. Übrigens noch ein schönes Beispiel zu den slawischen Quellen des Preußentums, zu denen ich mich kürzlich geäußert hatte: Sein Vater hieß David Jonatan Jark von Gostkowski. Die Wurzeln der Familie gehen auf die Kaschuben zurück. Johann David änderte den Namen Jark in York und verzichtete auf den Namensbestandteil von Gostkowski. Trotz seiner slawischen Herkunft war York von Wartenburg ein grundanständiger Mensch, was in der rechten Szene ja nur Deutschen germanischer Herkunft zugebilligt wird. Während eines Feldzuges 1778/79 lehnte er sich gegen einen vorgesetzten Kapitän auf, dem er Bereicherung bei Requirierungsmaßnahmen vorwarf. Damit handelte er sich ein Jahr Festungshaft wegen Insubordination ein und wurde zunächst nicht wieder in die preußische Armee eingestellt

Schweiger Sunday August 6 2006 2:49:47 PM

Nachfolgenden Beitrag habe ich auch im Forum www.Varusschlacht-am-Harz eingestellt Sehr geehrter Herr Ogurek, sehr geehrter Herr Hanau Zu den beiden letzten Beiträgen will ich versuchen einen objektiven Standpunkt ein zunehmen. Wenn sie, sehr geehrter Herr Ogurek, der Ansicht ist, dass die bei Loitsche gefundenen Urnen nicht zwangsläufig römische Urnen sind, so akzeptiere ich diesen Standpunkt. Ich kann mich aber auch nicht der Ansicht von Herrn Besecke verschließen, der die Meinung vertritt, dass es sich hier um römische Urnen handelt. Hier steht doch ganz objektiv Meinung gegen Meinung, einen definitiven Beweis gibt es offensichtlich nicht. Lassen wir also beide Ansichten gelten. Ich vertrete diesen Standpunkt nicht aus Rechthaberei oder Geltungssucht sondern aus pragmatischen Gründen im Zusammenhang mit touristischen Zielstellungen. Dabei stütze ich mich auf folgende Überlegungen: widersprüchliche Auffassungen zu geschichtlichen Themen sind in sich ein nicht zu unterschätzender Markt, wenn sie geschickt vermarktet werden. Es ist eine psychologische Grundweisheit, die Individualität eines Menschen zu beachten und zu pflegen und dem Selbstbestätigungsdrang eines jeden Menschen Raum zu geben. Sich mit einer eigenen Meinung oder Entscheidung profilieren zu können, was im Übrigen auch hier im Forum ausgiebig praktiziert wird, ist sehr wichtig. Ebenso wie Touristen in neue Territorien verstoßen möchten, so wollen sie auch auf geistigem Gebiet Neues erleben. Damit lässt sich Geld verdienen. In diesem Zusammenhang sei nur noch einmal darauf hingewiesen, dass die touristische Vermarktung der Bernsteinstrassen ein breites Spektrum geschichtlicher Themen für die Gestaltung von Seminaren bietet, die diesem Anliegen Rechnung zu tragen. Ich kann die ablehnende Haltung der Tourismusverbände zu diesem Vorhaben nicht nachvollziehen, sie ist aus meiner Sicht schon unverantwortlich. Im Übrigen widerspricht es jeglicher Logik die Geschichte festhalten zu wollen. Die Geschichte Sachsen Anhalts beginnt mit dem Ursprung der Bernsteinstrassen und nicht erst mit den Ottonen! Unklare Sachverhalte sollten als solche in die Geschichtsdarstellung einbezogen werden. Wenn Sie, sehr geehrter Herr Hanau, römische Steinbauten definitiv ausschließen, so kennen Sie sicher verlässliche Quellen, die diese Aussage stützen. Es wäre sehr nett, wenn Sie diese hier im Forum niederlegen würden. Anderen Falls bitte ich Sie aus den oben genannten Gründen die Annahme der Existenz solcher Steinbauten als Annahme oder Vermutung stehen zu lassen. Mir ist auch unklar, weshalb die Darlegungen von Herrn Besecke ein Test sein sollen?

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

B.Willing berndwil@t-online.de Dessau Monday August 7 2006 12:47:40 PM

Sehr geehrter Herr Dr.Schweiger,

hier ein Beispiel für die Begeisterung von Schülern für die lateinische Sprache und die römische Geschichte. Mit etwas gutem Willen wäre das in Sachsen-Anhalt auch möglich.

MfG

 http://hamburger-bildungsserver.de/roemer/erlebnistag/bericht_091999.html

Schweiger Friday August 11 2006 5:52:14 PM

folgenden Beitrag habe ich auch in Varusschlacht-am-Harz eingestellt.Zur Nutzanwendung Die außerordentlich interessanten letzten Beiträge möchte ich wie folgt kommentieren: Sie müssten ausreichen für ein Grundgerüst zu einem Vortag im Rahmen des Seminartourismus. Die Erarbeitung eins solchen Vortrages wäre eine schöne ABM-Aufgabe für einen arbeitslosen Hochschulabsolventen Daraus könnte sich durchaus eine Lebensaufgabe entwickeln. Zum Thema der Diskussion möchte ich noch auf eine sehr aktuelle und seriöse Quelle verweisen: Christa Stahl: Mitteleuropäische Bernsteinfunde von der Frühbronze-bis zur Frühlatenezeit, Verlag: J.H. Röll 2006, ISBN 3- 89754-245-5 Dissertation 2004 Philosophische Fakultät der Julius-Maximilian-Universität Würzburg. Ich glaube schon, dass man nach Abbildungen in dieser Arbeit die Ansicht vertreten kann, dass sich Bernsteinfunde und damit Besiedlungsnachweise im Besonderen in der Frühbronzezeit und in der Älteren Eisenzeit für das in der Diskussion behandelte Gebiet um die Einmündung der Unstrut in die Saale häufen und das somit hier seit Urzeiten ein bevorzugtes Siedlungsgebiet vorliegt.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Wednesday August 23 2006 3:04:55 PM

 Liebe Freunde der Bernsteinstrasse

Nachfolgend stelle ich Thesen zur Ideenfindung zur Diskussion, weil ich darin die Grundvoraussetzungen für eine effektive Kooperation in allen Lebensbereichen sehe. So auch auf dem Gebiet geschichtlicher Forschungen Sie vermitteln meine persönliche Grundeinstellung und erklären damit vielleicht auch meine tolerante Haltung, die ich in Diskussionen, auch im Forum „Varusschlacht-am-Harz“ vertrete. Kreativität ist nur in sehr begrenzten Umfang trainierbar (entweder man hat es, oder man hat oder man hat es nicht). Wie alle Kennzeichnungsmerkmale kann die Fähigkeit, Ideen zu kreieren einer Verteilungs- Funktion ( Gaußverteilung ) zugeordnet werden ( wenig schlechte, viele brauchbare aber auch nur wenig originelle ). Wesentliches Antriebsmoment, Erfinden zu wollen, ist der Selbstbestätigungsdrang eines jeden Menschen, der als biologisch bedingtes Verhaltensprinzip gesehen wird. Im Management können Erfolgsminderungen vermieden werden, wenn diesem Selbstbestätigungsdrang nicht ausschließlich Raum gegeben wird. Im Forschungs- bzw. Entwicklungsprozess ist sorgfältig zwischen der Gewinnung einer tragenden Idee und der Realisierung zu unterscheiden. Aus diesen realitäts- bezogenen Ansätzen werden folgende Schlussfolgerungen gezogen: In der Phase der Ideenfindung ist der Kreis der Beteiligten so groß wie möglich zu spannen. Das kann jedoch nicht durch einfache Erhöhung der Mitarbeiterzahl verwirklicht werden, weil man damit lediglich erreicht, dass sich die Mitarbeiter gegenseitig beschäftigen. Als Mittel der Wahl werden Methoden wie Brainstorming- Sitzungen gesehen, da bei deren richtiger Organisation o. g. Grundthesen am besten verwirklicht werden können. Aus der richtigen Anwendung o. g. theoretischen Ansätze wird für jedes technische und organisatorische Problem eine originelle Lösung prognostiziert. Via Internet sind jetzt die Voraussetzungen gegeben, das theoretische Maximum - die weltweite Einbeziehung potenzieller Ideenfinder- zu nutzen. „Bitte verstehen Sie nachfolgende Ausführungen als einen Beitrag zu einer virtuellen Brainstorming-Sitzung zum Thema Objektivierung der Diskussion um Rätsel der Menschheitsgeschichte: Ist es denkbar folgende Geschichtsdarstellung zu konzipieren? In einem Koordinatensystem wird auf der Ordinate die Häufigkeit archäologischen Funde auf der Abszisse die zurückliegende Zeit (in absoluten Zahlen oder in Jahreszahlen) aufgetragen. Mit dieser Darstellung wird das Ziel verfolgt, ob zwischen beiden Werten ein funktioneller Zusammenhang besteht. Um es auf den Punkt zu bringen, es ist eine Fragestellung, die eine Antwort darauf sucht, was überhaupt an archäologischen Erkenntnissen zu erwarten ist. Es ist ein Verlauf zu erwarten, der einer e-Funktion entfernt ähnlich ist, das heißt der Kurvenverlauf würde sich fast parallel zu den Ordinaten bewegen. Gelingt es einen solchen Kurvenverlauf zu gewinnen, in dem ein bis zwei Funde noch fast im Unendlichen auf der Abszisse eingeordnet werden können, so verfügt man doch über ein Argument, das zu mindest auf einer wissenschaftlichen oder vernünftigen Überlegung beruht, um zum Beispiel die im Sandstein der Karbonzeit hinterlassenen Fußspuren (225 bis 280 Millionen Jahre zurück) oder den Schuhabdruck im Fisher Canyon im Muschelkalk des Trias (160 bis195 Jahre zurück) /Viktor Farkas, Efodon News Nr. 2 1991/ erklären und einordnen zu können. Vielleicht hat es weit in die Geschichte der Erde zurückreichende Hochkulturen gegeben und die Evolutionstheorien sind doch nur eine Fiktion. Wie diese Hochkulturen zugrunde gegangen sind mag es viele Gründe geben. Ein aktuelles Thema in diesem Zusammenhang ist gegenwärtig die Demontage der Zivilisation durch den Terrorismus. Nebenbei bemerkt, man fasst es nicht, die Reaktion der Öffentlichkeit auf diese tödliche Gefahr. Ich bin mir darüber im Klaren, dass die Realisierung dieses mit vielen Wenn und Aber belasteten Vorschlages einen riesigen Arbeitsaufwand erfordert, der nur in einer Gemeinschaftsarbeit mit ebenso riesigen Organisationsaufwand erbracht werden kann. Hier könnte der Moderator unserer virtuellen Brainstorming- Sitzung nachhaken und die Diskussion auf Vorschläge zur Lösung dieser Probleme lenken. Die Anwendungen der vorstehend skizzierten neuen Geschichtsdarstellung auf territoriale geschichtliche Problemstellungen, könnten zu neuen Erkenntnissen, zum Beispiel bei der Beurteilung der Bernsteinstrassen führen. Ich würde mich über jede Unterstützung freuen. Die Ausgestaltung und Verwaltung dieser Homepage ist für mich kaum noch zu bewältigen. Arbeitsgemeinschaften engagierter Schüler zu Themen der Homepage könnten bereits eine große Hilfe sein

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

 

 

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