Teil 3

Schweiger Monday September 25 2006 1:10:39 PM

Landnahme zur Zeit der Besiedlung Amerikas zu unterhalten. Man muss sich natürlich informieren! Als Außenseiter in der Tourismusbranche (Obwohl ich über solide praktische Erfahrungen verfüge) bewege ich mich außerhalb der seit Urzeiten geprägten Verhaltensmuster. Ich sehe es mit Abstand. Wie soll es nun aus meiner Sicht weitergehen Wird fortgesetzt

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Monday September 25 2006 10:56:01 PM

Fortsetzung Nach der schonungslosen Analyse des mit dieser Homepage Machbaren in den letzten Beiträgen, in denen hoffentlich nicht nur Vorwürfe registriert worden sind, sollen im Folgenden meine Vorstellungen zu den nächsten Schritten zur Diskussion gestellt werden. Zunächst möchte ich doch einige Forderungen an die Tourismusverbände stellen: In Prospekten und anderen Werbematerialien sollte kurz die Bernsteinstrasse erwähnt werden. Ich würde mich sehr freuen, wenn in einer der nächsten größeren Tourismusveranstaltungen ein Vortrag von mir eingeplant wird. Als eine sehr schnell zu realisierende und zustimmende Reaktion wäre es zu begrüßen wenn in Homepages der verschiedenen Tourismusverbände ein Link auf meine Homepage eingebaut wird. Ich war sehr überrascht und habe mich riesig gefreut, als heute Mittag bei einem Telefonat mir von Frau Bittner, Tourismusverband ANHALT-WITTENBERG e.V. dieser Vorschlag unterbreitet wurde! Bei einer positiven Resonanz und Annahme dieser Links, wäre ich dankbar wenn vielleicht eine weiterführende Verbesserung der Homepage abgestimmt werden könnte. Durch die Tourismusverbände sollten Anforderungen Von ABM- Kräften zwecks Qualifizierung von Seminarleitern an die zuständigen Arbeitsämter weiter gegeben werden Im Übrigen werde ich bei der Gestaltung der Homepage und der Bearbeitung des Themas „Bernsteinstrasse“ das tun, was mir Spaß macht und wünsche mir und hoffe, dass ich auf diese Weise doch Anregungen weitergeben kann. Ich werde als nächsten Schwerpunkt die Elbroute bis nach Tschechien weiter verfolgen. Mit schwebt ein länderübergreifendes Projekt vor. Dazu werde ich mich demnächst äußern

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Wednesday September 27 2006 9:16:46 PM

Unsere Besten, sind Orte an uralten Handelswegen! Das sensationelle Ergebnis eines dritten Platzes für Wittenberg in der ZDF- Sendung am Sonnabend hat mich als Anhalter und Bürger im Landkreis Wittenberg sehr gefreut. Aus den Platzierungen der ersten Zwanzig habe ich aber noch eine interessante Information herauslesen können. Diese Orte liegen im Umfeld uralter Handelswege. Man darf vielleicht doch behaupten, dass auch dieses Ergebnis die prägende Bedeutung der alten Handelswege, der Bernsteinstrassen und des Hellweges unterstreicht. Rufen wir uns ins Gedächtnis zurück! Eine Bernsteinstrasse führte von der Halbinsel Eiderstedt Elbe aufwärts mit einer Gabelung bei Aken einmal über die Saale und der Naab nach Regensburg an der Donau und mit dem zweiten Ast weiter die Elbe aufwärts durch Tschechien nach Passau. In diese beiden Wege kann man die folgenden Orte einordnen: Sylt, Platz 11, (wenn man denn die ca. 60 km Entfernung von Eiderstedt als Umfeld akzeptiert) Hamburg, Platz 8 Berlin, Platz 2 (wenn man denn den Bernsteinhortfund bei Schollene Lkr. Stendal mit dem Flussweg über die Havel als zum Großraum Berlin gehörig akzeptiert. (1) Wittenberg, Platz 3 Dresden, Platz 12 Görlitz, Platz 16 Passau, Platz 19 Quedlinburg, Platz 10 (ca. 45 km Entfernung bis zur Saale) Neben dem von mir favorisierten Weg Naab abwärts ist aber auch eine Streckenführung der Bernsteinstrasse etwa der A9 bzw. der B2 folgend in der Diskussion (Tafel 1 der Dissertation Dr. Stahl (1) In diesen Weg können eingeordnet werden: Nürnberg, Platz 20 München, Platz 7 Schloss Neuschwanstein ( bei Füssen), Platz 18 Eine weitere Bernsteinstrasse führte direkt von der Nordseeküste über Raum und Osnabrück zum Rhein und von dort Rhein aufwärts und Rhone abwärts nach Marseille In diesen Weg kann man die folgenden Orte am Rhein einordnen: Münster, Platz 4 Köln, Platz 1 Speyer, Platz 9 Baden-Baden, Platz 13 Nach Google, Hellweg, Wikipedia schließlich, liegen folgende Orte im Umfeld des Hellweges dessen Grobverlauf man sich als eine vom Rhein zur Elbe führende Verbindung vom Ruhrgebiet um den Harz herum nach Magdeburg vorstellen kann: Wuppertal, Platz 6 Paderborn, Platz 5 Bielefeld Platz 17 Oberhof und Tann lassen sich in dieses Schema zunächst nicht einordnen Es mag sein, dass manchem Leser diese Ausführungen verspielt und von Wunschdenken getragen vorkommen. Doch ich denke, dass noch nicht ausreichend erforschte geostrategische Bewegungsrichtungen, die Bedeutung von Siedlungen seit Urzeiten geprägt und wichtige geschichtliche Ereignisse vorausbestimmt haben, was selbst bei einer so untergeordneten Veranstaltung zum Ausdruck kommt. Das ganze vom Untergang des römischen Imperiums, das durch die taufrisch (so von der Obrigkeit vorgegeben) in die Geschichte eintretenden germanischen Völker besiegelt wurde, geprägte Geschichtsbild ist nicht viel wert. Wir Europäer geben uns jünger als wir wirklich sind. Lange, lange vor Karl dem Grossen gab es bereits, im Besonderen in unserer Region Hochkulturen, was mit den Funden in Nebra und Goseck auch von kompetenter Seite anerkannt wird. Warum zeichnen wir nicht in der geschichtlichen Darstellung unserer Region ein Bild von einer einzigartigen Region, in der sich seit Urzeiten bis auf den heutigen Tag eine lebendige Kultur erhalten hat? Nutzen wir die faszinierend Stofffülle, um darüber mit unseren Gästen und Besuchern in anspruchsvollen Seminaren zu diskutieren. Ein kollektiver Entschluss dazu ist Geld wert.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Schweiger Saturday September 30 2006 5:13:04 PM

Liebe Freunde der Bernsteinstrasse, Den folgenden Beitrag habe ich in die lesenswerte Homepage des Tourismusverbandes Anhalt-Wittenberg < www. anhalt- wittenberg.de > eingesetellt. Eine ausgezeichnete Site, übersichtlich, informativ und mit einem Gästebuch kommunikativ! Was noch mit dem Hilfsangebot bei der Einrichtung von Homepages unterstrichen wird, findet man ganz selten! Ich werde sicher darauf zurückkommen. Es sei mir die Bemerkung erlaubt, dass ich das Fehlen eines Gästebuches oder Forums in der Homepage der Tourismusregion Wittenberg als einen großen Mangel empfinde. Bei der geschichtlichen Darstellung der Region hätte ich mir den folgenden Hinweis auf die Bernsteinstrasse, gewünscht: „Im Territorium von Anhalt- Wittenberg liegt im Zusammenfluss von Saale und Elbe der Scheitelpunkt zweier Zweige der frühen Bernsteinstrasse Mit diesen uralten Handelswegen existierte bereits 2500 Jahre vor Chr. eine Verbindung zu den Hochkulturen im Mittelmeerraum, mit der die kulturelle, wirtschaftlich und sicher auch die genetische Entwicklung unseres Landes nachhaltig geprägt wurde. Das wird auch durch die Himmelsscheibe von Nebra und das Sonnenobservatorium bei Goseck verdeutlicht. Ein Zweig dieser frühen Bernsteinstrasse führte Saale aufwärts und Naab abwärts nach Regensburg an der Donau, auch eine Streckenführung auf dem Landweg etwa der A9 bzw. der B2 folgend ist in der Diskussion. Der zweite Zweig führte weiter der Elbe folgend durch Tschechien nach Passau. Alte Handelswege orientierten sich an Flüssen, ein einfaches, einleuchtendes Faktum. Sie markierten geostrategische Vorzugsrichtungen, aus denen geschichtliche Entwicklungen auch ohne den Ausweis von Artefakten erklärt werden können. Man kann sich diese Handelswege natürlich nicht als gepflasterte Strassen vorstellen und Artefakte in Gestalt von Straßenresten erwarten. Ihre Existenz ist aber unbestritten. Hierzu sei u.a. auf Arbeiten von Dr. Christa Stahl (1) und Dr. Gisela Woltermann (2) hingewiesen in denen auch Bernsteinfunde entlang von Elbe und Saale ausgewiesen sind. Nutzer des Elbradweges und der Radwege entlang Saale und Unstrut sollten einfach wissen, dass sie sich auf uralten Handelswegen bewegen. Das sind wir unseren Besuchern schuldig! Unsere Geschichte beginnt nicht erst mit den Ottonen!“ Zu dieser Thematik sollte das Gespräch mit unseren Besuchern in anspruchsvollen Seminaren geführt und qualifiziert werden. Dazu können ausführlichere Ausführungen und Anregungen für Seminare, sowie Orte, in deren Gemarkung Bernsteinfunde getätigt wurden, meiner Homepage < www. bernsteinstrasse.de > (Seminartourismus) entnommen werden. Themen solcher Seminare könnten zum Beispiel sein: Vergleiche der frühen Kontakte zu den Hochkulturen im Mittelmeerraum zu der globalen Entwicklung der Gegenwart Die Flottenfahrt des Tiberius auf der Elbe. Im Jahr 0 5 vor Chr. war eine römische Flotte die Elbe aufwärts geschifft und hatte sich mit einem Landheer im Elbknick getroffen, niedergelegt in den Schriften des Velleius Paterculus, eine absolut zuverlässige Quelle. Militärische Auseinandersetzungen während der Befreiungskriege gegen Napoleon entlang Elbe und Saale. Denkbar wären auch Modellversuche zu Schiffs- und Busreisen (klassische Pauschalreisen), in die anspruchvolle Vorträge mit auf hohem Niveau moderierten Diskussionen sowie Wellness-Kuren eingebunden werden, die sicher nicht als Langweiler gesehen werden. Denkbar wäre auch die Organisation von anspruchsvollen Tagungen an wechselnden Orten entlang Elbe und Saale. Einrichtungen des Fremdenverkehrs sollte Gelegenheit geboten werden den Begriff „Orts an der Bernsteinstrasse“ dazu für ihre Werbung zu nutzen (s. den ungewöhnlichen Vorschlag unter Highlight in meiner Homepage). Und schließlich könnten auch Diskussionen im Gästebuch dieser Homepage und anderer entwickelt und qualifiziert werden um einen intensiven Kontakt zu Besuchern unserer Region her zu stellen. Wir sollten uns zu gemeinsamen Handel zu vielen Fragen, wie einem Logo zur Bernsteinstrasse, Durchsetzung von ABM- Themen, Bildung einer Dachorganisation finden. Sachsen-Anhalt ist deutsches Kernland. Wir Anhalter stehen nicht nur früher auf sondern wir können Alles, sogar Hochdeutsch. Es gibt viel zu tun! Stellen wir unsere Region als eine einzigartige Region dar, in der seit Urzeiten sich bis auf den heutigen Tag eine lebendige Kultur erhalten hat. Dazu wünsche ich uns allen viel Erfolg Mit freundlichen Grüssen Martin Schweiger (1) Christa Stahl: Mitteleuropäische Bernsteinfunde von der Frühbronze- bis zur Frühlatenezeit Dissertation Uni. Würzburg 2004 Verlag J.H. Röll ISBN 3-89754- 245-5 (2) Gisela Woltermann Bronzezeitliche Bernsteinfunde Deutschlands, Kontakt: gwolterm at Uni-muenster.de

Richter Joannes.Richter@t-online.de Backnang Baden-Württemberg Deutschland Sunday October 1 2006 4:39:37 PM

Hallo M. Schweiger,

Habe Ihre Frage im ForumRomanum gelsen: Die Generalrichtung der frühen Bernsteinstrasse verlief entlang Elbe und Saale mit einer Gabelung ab dem Elbknick bei Barby weiter der Elbe folgend über Böhmen /Mähren über den Brenner zur Adria. Entlang, dieser Strasse häufen sich archäologische Funde.... Zu diesem Thema habe ich eine Analyse der sog. "Brennernamen" durchgeführt und kann Ihnen eine kurze Zusammenfassung zusenden. Vielleicht können wir die Rekonstruktion der Bernsteinstrasse mit archäologischen Mitteln bestätigen. Diese Info hat mir bisher gefehlt.

 Mir freundlichen Grüssen, Joannes Richter

Weitere Details sind im Internet dokumentiert unter: Kurze Zusammenfassung: (370 kByte) http://www.joannesrichter.homepage.t-online.de/androgyn/Bernsteinrouten_BK.pdf Manuskript Buch Tuisco: (629 kByte ohne Abbildungen) http://www.joannesrichter.homepage.t-online.de/Androgyn/DasBuchTuisco.pdf Landkarten und Abbildungen: (2 MByte) http://www.joannesrichter.homepage.t-online.de/Androgyn/graphics.pdf Das vollständige Manuskript wurde in Juni 2006 auch als Buch veröffentlicht mit dem Titel: “Der Brenner & Tuisc Codex”, Autor: Joannes Richter, -> R.G. Fisher Verlag, Frankfurt/Main, ISBN 3-8301-0965-2

Richter Joannes.Richter@t-online.de Backnang Baden-Württemberg Deutschland Sunday October 1 2006 4:41:06 PM

Hallo M. Schweiger,

Habe Ihre Frage im ForumRomanum gelsen: Die Generalrichtung der frühen Bernsteinstrasse verlief entlang Elbe und Saale mit einer Gabelung ab dem Elbknick bei Barby weiter der Elbe folgend über Böhmen /Mähren über den Brenner zur Adria. Entlang, dieser Strasse häufen sich archäologische Funde.... Zu diesem Thema habe ich eine Analyse der sog. "Brennernamen" durchgeführt und kann Ihnen eine kurze Zusammenfassung zusenden. Vielleicht können wir die Rekonstruktion der Bernsteinstrasse mit archäologischen Mitteln bestätigen. Diese Info hat mir bisher gefehlt.

Mir freundlichen Grüssen, Joannes Richter

Weitere Details sind im Internet dokumentiert unter: Kurze Zusammenfassung: (370 kByte) http://www.joannesrichter.homepage.t-online.de/androgyn/Bernsteinrouten_BK.pdf Manuskript Buch Tuisco: (629 kByte ohne Abbildungen) http://www.joannesrichter.homepage.t-online.de/Androgyn/DasBuchTuisco.pdf Landkarten und Abbildungen: (2 MByte) http://www.joannesrichter.homepage.t-online.de/Androgyn/graphics.pdf Das vollständige Manuskript wurde in Juni 2006 auch als Buch veröffentlicht mit dem Titel: “Der Brenner & Tuisc Codex”, Autor: Joannes Richter, -> R.G. Fisher Verlag, Frankfurt/Main, ISBN 3-8301-0965-2

Schweiger Tuesday October 3 2006 8:37:16 PM

Sehr geehrter Herr Richter,

Vielen, vielen Dank für Ihren Beitrag, der zur rechtern Zeit sichtbar macht wie interessant das Thema „Bernsteinstrasse“ ist und welche Möglichkeiten es eröffnet, auch Touristen in anspruchsvollen Seminaren unterhalten zu können. In den Auseinandersetzungen, die ich jetzt gerade mit den Tourismusverbänden führe konnte der Zeitpunkt Ihres Beitrages nicht besser gewählt sein! Ich werde noch etliche Zeit brauchen, die mir übergebenen Materialien auf zu arbeiten. Vorab aber einige Gedanken und Fragen, die für mich von regionaler Bedeutung sind. Ihre Ansicht, auch an den Ortsbezeichnungen den Verlauf der Bernsteinstrassen fest zu machen habe ich aufgegriffen und denke, dass zu den „burner- Orten“ auch der Ort Brambach-Rietzmeck bei Roßlau im Elbknick, in dessen Gemarkung ein Bernsteinhortfund getätigt wurde, zu rechnen ist. Ebenso denke ich, kann der Ort Lampertswalde im Landkreis Riesa-Großenhain zu diesen Orten gerechnet ( Amber-Ort) werden. In der Nähe dieses Ortes, bei der Gemeinde Rödau- Bobersen sind ebenfalls Bernsteinfunde getätigt worden Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir hierzu aus aktuellem Anlass eine kurze Mitteilung zu kommen lasse könnten.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Richter, Joannes Friday October 6 2006 6:41:35 PM

 Sehr geehrter Herr Dr. Schweiger,

Vielen Dank für Ihre wertvollen Hinweise zu den Fundorten! Falls Sie einen Beweis der Thesen zu den Brenner-Ortsnamen suchen, empfehle ich Bernstorf, an der Mündung der Glems in die Amper nördlich von München, dir auch in meinen Karten verzeichnet ist. Siehe dazu: Internetseite des National Geographic Magazine verweisen, mit dem Titel "Handelten die Ahnen der Bayern mit Troja?", geschrieben von einem Mitarbeiter der Archäologische Staatssammlung - Museum für Vor- und Frühgeschichte, Lerchenfeldstrasse 2, 80538 München und den Artikel "Das Bernsteingesicht von Bernstorf" von Manfred Moosauer im Internet. Zum Ort Brambach-Rietzmeck bin ich mir nicht so sicher. In unmittelbarer Nähe liegt jedoch Bernburg und an dieser Stadt führt eine Bernsteinroute "4" vorbei. Route 4, Richtung SO, von Bremen über Verden, Braunschweig, Barsleben, Bernburg, nach Pirna bei Dresden Die Route verläuft nördlich der Weser und Aller, erreicht die Elbe bei Magdeburg und führt von dort Richtung Süden. Die Route führt nördlich der Saale bis Halle und dann nördlich der Elster bis Leipzig. Von dort folgt sie der Parthe und Mulde bis Dresden. Bremen, Bornmoor, Brammer, Bornkamp, Brammer, Brunsbeck, Hamberg (106 m), Bargfeld, Bernsteinsee, Barwedel, Barnbruch, Brunsrode, Braunschweig, Brome, Berenbrock, Born, Bornstedt, Barleben (Magdeburg/Elbe), Neubrandsleben, Hakeborn, Heteborn, Groß Börnecke, Bernburg, Neuborna, Bründel, Berwitz, Branitz, Braschwitz, Beerendorf, Pressen, Parthe (Fluss), Borsdorf, Brandis, Ammelshan, Parthenstein, Groß-Bardau, Bernbruch, Brösen, Bornitz, Priesen, Deutschenbora, Pirna bei Dresden. Direkt an der Elbe sind an dieser Stelle deutlich weniger Bernsteinnamen verzeichnet. In einer alten ADAC-Karte aus 1972 finde ich jedoch auf dem Weg zwischen Zerbst und Roßlau ein Dorf Bernsdorf, das auf neuen Karten fehlt. Dieses Bernsdorf ist fast ein Nachbar von Brambach-Rietzmeck. Es fehlt jedoch eine durchgehende Route. Zum Abschluß der Suche benötige ich mehr Zeit. Lampertswalde hatte ich nicht als Kandidat für eine Bernsteinroute markiert. In unmittelbarer Nähe liegen jedoch z.B. Wermdsdorf-Berntitz-Bornitz, Borna, usw.. Parallel zur Mulde verläuft die og. durchgehende Route 4, die bei Bernbruch-Grimma von einer anderen Route gekreuzt wird. Im Dreieck Grimma - Riesa - Nossen liegen ca. 20 "Brenner"-Siedlungen. Gerade nordwestlich und westlich von Dresden konzentrieren sich die Brenner-Siedlungen, insbes. Namen mit dem Wortkern "Hammer", die ggf. von "Amber" stammen. Ich habe die Idee, dass man dort, wo soviele Siedlungen konzentriert liegen, den Bernstein vielleicht zudem "veredelt", d.h. Rohbernstein in ein besser verkäufliches Endprodukt verwandelt hat. Mit freundlichen Grüssen, und viel Erfolg bei den Verhandlungen mit den Tourismusverbänden,

Joannes Richter Richter, Joannes Saturday October 7 2006 12:09:51 PM

 Sehr geehrter Herr Dr. Schweiger,

Ich hoffe, dass ich mit meinen länglichen Textpassagen das Gästebuch in Ihrer schönen Homepage nicht allzusehr fülle und werde mich kurz fassen. Habe die von Ihnen benutzten Landkarte im dtv-Atlas Weltgeschichte von Sept 2006 mit meiner Karte von Karl Jülicher aus 1968 verglichen. Innerhalb Deutschland stimmen beide gut überein (Karl Jülicher hat in der Zeitschrift Pan nur Fundorte und Routen, aber keine Depotfunde dokumentiert). Im Osten fehlen jedoch in der dtv-Landkarte die Routen nach Osten zum Schwarzen Meer. Im Westen fehlen die Fundorte Großbritanniens und die zugehörigen Routen durch England, Frankreich & Benelux. Einige sichere Depotfunde gibt es auch in der Niederlande und in Großbritannien. Die heute gültigeKarte im dtv-Atlas suggeriert, dass die Bernsteinrouten alle von Deutschland ausgehen. Das ist jedoch nicht der Fall. Auch die Route entlang der Rhone nach Süden erscheint mir fragwürdig. Es fehlen die markierende Depotfunde und eine ost-west Ausrichtung wäre verständlicher. Nach eine genauere Untersuchung kann ich übrigens Ihrem Vorschlag zu Brambach an der Elbe bei Dessau zustimmen. Es ist (mit einigen Lücken) eine durchgehende Route von Brandenburg nach Delitsch rekonstruierbar, die eine natürliche Erweiterung der Südroute 5 von Brandenburg bildet. Es hat mich schon immer gestört, dass die Route 5 in Brandenburg abrupt aufhört. Wenn Sie einverstanden sind, würde ich die Route im Internetmanuskript folgendermassen ergänzen: Route 5, Richtung SO, von Hamburg bis Delitsch (via Brandenburg) Die Route folgt zunächst der Elbe bis Breese und nähert sich Brandenburg vom Norden. Die Erweiterung von Brandenburg bis Halle wurde in Oktober 2006 ergänzt auf Anregung von Dr. M. Schweiger. Hamburg, Bahrendorf, Barnitz, Brandleben, Baarz, Brünken, Bernheide, Breese, (Dorf) Brandenburg, Breddin, Brenkendorf, Bartschendorf, Brädikow, Barnewitz, Brielow, Brandenburg, Pernitz, Hammerdamm, Gr0ß Briesen, Pramsdorf, Börnecke, Glashütte, Bärenthoren, Bornum, Bernsdorf, Brambach, Breesen , Fernsdorf, Priesdorf, Prussendorf, Brehna, Beerendorf-Delitsch (nördlich von Leipzig) -> Anschluß auf Route 4. Auf der zugehörigen Landkarte auf karte 5 bildet die Ergänzung der Route 5 eine gerade südwarts gerichtete Linie von Brandenburg (bis zum Treffpunkt Route 4 in Höhe Pranitz-Halle). Wenn Sie Korrekturwünsche haben, werde ich diese einarbeiten und die Dokumente im Internet aktualisieren.

Mit freundlichen Grüssen, Joannes Richter

Schweiger Sunday October 8 2006 1:52:04 PM

Sehr geehrter Herr Richter, liebe Freunde der Bernsteinstrasse

Ihre Arbeiten, sehr geehrter Herr Richter fußen nicht nur auf einen originellen Gedanken, sie repräsentieren auch eine enorme Arbeitsleistung. Während bisher die Lokalisierung der einzelnen Routen der Bernsteinstrassen an den eher kargen archäologischen Funden nur eine verhaltene Resonanz zu dem Thema „Bernsteinstrasse“ aufkommen ließ, eröffnen sich mit der Deutung der Ortsnamen, die eine Fülle von Möglichkeiten bieten, völlig neue Diskussionsrichtungen. Mit der fortschreitenden Beschäftigung mit Ihren Publikationen ergeben sich für mich neue Fragen und auch Korrekturen meiner bisherigen Auffassungen. Zunächst nehme ich gern Ihr Angebot an, Änderungswünsche beziehungsweise Ergänzungen äußern zu können. Es wäre vorteilhaft in die Karten als Grobraster die Flussverläufe von Elbe, Saale und Weser mit den wichtigsten Nebenflüssen mit einigen markanten und bekannten Orten einzutragen. Ich gehe nach wie vor davon aus, das durch die Flüsse die dominanten Bewegungsrichtungen des Bernsteinhandels markiert werden und ich sehe darin überhaupt keinen Widerspruch, vielmehr eine Bestätigung zu Ihren Auffassungen. Ihre Auffassung, dass mit den Bernsteinrouten Flussquerungen weit gehend vermieden werden, drängt ja zwangsläufig einen Verlauf parallel zu den Flüssen in einem Korridor von30 bis 50 km auf, in den sicher die meisten der von Ihnen favorisierten Orte eingetragen werden können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass zumindest der vergleichsweise bequeme und sichere Weg flussabwärts nicht genutzt worden ist. Neu ist für mich, dass wahrscheinlich auch den Flussverläufen von Havel und Spree eine größere Bedeutung zukommt, womit auch die Bernsteinfunde im Oberspreegebiet (Karte III der Arbeit von Stahl) erklärt werden könnten. (ich beschränke mich vorerst auf das mitteldeutsche Gebiet) Mag sein, dass auf Grund möglicherweise geringer Fließgeschwindigkeiten von Spree und Havel dieser Weg günstig war, mag sein, dass man sich hier vorteilhaft auf viel Nebenwegen verstecken konnte um Räubern aus dem Weg zugehen, interessant ist jedenfalls dass sich gewissermaßen an der Endstation (0berspreegebiet) Bernsteinfunde häufen Ich bitte um Entschuldigung, dass mich immer wieder der gewünschte Zusammenhang mit dem Tourismus beeinflusst, Man könnte hier tolle Marketingaktionen starten, in dem Preise für die Erkundung des Havel-Spee-Weges von Schülern in den Ferien auf Paddelbooten oder Ruderbooten medienwirksam ausgelobt werden! Zu den angegebenen Ortsnamen habe ich einige, jedoch nicht prinzipielle Vorbehalte. Ich messe den Konsonanten eine motorische Bedeutung zu, während die Vokale nur einen Zustand beschreiben. Deshalb würde ich mich bei der Verwendung der Konsonanten eher für weniger entscheiden. Ich muss hier sicher sehr viel weiter ausholen und möchte mich dazu in einem nächsten, ich hoffe, nicht uninteressanten Beitrag äußern.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Richter, Joannes Sunday October 8 2006 11:25:52 PM

Sehr geehrter Herr Schweiger, Sie haben Recht. Es wurden sicherlich auch Flüsse als Handelswege für den Bernstein benutzt. Nur hinterlassen diese Reisen nur wenige Spuren. Zudem glaube ich, dass die Flüsse damals recht gefährlich waren. Es gab Stromschnellen herumtreibende Bäume, Sandbänke, Felsen, Ufergestrüpp, usw. Sicherlich nicht jedermans Sache. In meinen Karten sind die wichtigsten Flüsse bereits angedeutet als strichlierte Linien mit einem blauen Band. Insbes. habe ich im Manuskript auf die sog. Argonautenreisen verwiesen, wobei die Schiffer zu Fuß von einem Fluß zum nächsten wechseln mussten. Kandidaten für solche Argonautenrouten sind z.B.: Von Marseille nach Rotterdam: über Rhone - Saone, dann zu Fuß zum Rhein und weiter zur Nordsee. Man weiß dass es an der Rhone lange Zeit eine Treidelschifffahrt gegeben hat. Eine berühmte Strecke ist auch die Reise von St. Petersburg zum Schwarzen Meer. Zunächst fährt man die Newa zum Ladagosee. Dann vom Ladagosee nach Süden über dem kleinen Wolchow zum Ilmensee. Die Landbrücke zwischen Lowat-Fluß und der Düna ist kurz und sehr flach. Anschließend kann man sich den Dnjepr (dieser Fluß hieß bereits auf der berühmten Weltkarte von Herodot um 440 v.C.: Borysthenes = Bernstein) hinuntertreiben lassen. Eine solche Reise in den hohen Norden wurde in der Argonautensaga beschrieben. Weitere Strecken sind: Vom Schwarzem Meer zur Nordsee über Donau, Neckar und Rhein. Gegen den Tourismus als Zielgruppe des Forums ist nichts einzuwenden. Es ist m.E. wichtig, sich mit der Vergangenheit und den Anfängen der eigenen Kultur zu beschäftigen. Ich habe inzwischen begonnen in den Karten die Depotfunde einzutragen. Dabei bin ich sicherlich auf Ihrer und anderer Hilfe angewiesen, denn die Orte sind manchmal schwer auffindbar auf einer Karte. Ihre Angaben mit Landkreis und Elbeknick sind dabei sher hilfreich. Nochmals vielen Dank!

Mit freunlichen Grüssen, Joannes Richter

B.Willing berndwil@t-online.de Monday October 9 2006 8:42:48 AM

Sehr geehrte Herren,

mit großem Interesse verfolge ich Ihre Diskussion über die Korrelation von Ortsnamen und vermuteten Verläufen der Bernsteinstraßen. Im mitteldeutschen Raum gibt es jedoch einige Besonderheiten zu beachten. Die Völkerwanderung hat insbesondere östlich von Elbe bzw. Saale zu einer beinahe vollständigen Entvölkerung geführt. In den leeren Raum, dabei die Saale überschreitend, rückten Slawen nach, die natürlich ihren Dörfern eigene Namen in ihrer Sprache gaben. Es gibt nur wenige Ortsnamen, die man in diesem Gebiet auf germanische Wurzeln, z.B. die -stedt-Orte (Aderstedt, Kochstedt), oder sogar noch weiter bis in die Latenezeit zurück führt (Halle). Andere Orte sind spätmittelalterliche flamische oder deutsche Neugründungen. Im Fläming ist der Namensteil Bern- oder Bären- auf "burn", und zwar nicht auf den Bernstein, sondern auf ein Brandereignis, zurück zu führen. (Bärenthoren = brennender Turm, ein ehemaliger Turm an der alten Landwehr). Auch der kleine Ort Bernsdorf , von dem, da eingemeindet, nur noch der Name Bernsdorfer Forst blieb, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine solche Neugründung. In dieser Zeit spielte der Bernsteinhandel keine Rolle mehr, und die Depots waren noch nicht entdeckt.

Mit freundlichen Grüßen B.Willing

Joannes Richter Tuesday October 10 2006 11:23:27 PM

Sehr geehrter Herr Willing,

Vielen Dank für Ihre Hinweise zum mitteldeutschen Raum. Zunächst zur Völkerwanderung eine Idee: Die Völkerwanderungen haben oftmals keinen leeren Raum hinterlassen. In Großbritannien haben die Anglosachsen z.B. zwar die männliche Bevölkerung getötet, aber die Frauen und Kinder als ihre eigene Verwandten übernommen. Diese haben wie in GB. Wörter und auch die Namen der Siedlungen weiterreichen können. Auch ist nicht sicher, dass die Slawen die Namen generell geändert haben. Die Handelsstrasse war bekannt und wurde über lange Zeit international benutzt. In dieser Zeit haben die Händler die Namen geprägt und an die Nachfolgerbevölkerung weitergereicht. Als Beweis möchte ich die Ostroute anführen. Weiter östlich gabe es nämlich die bekannte Bernsteinroute von Estland nach Aquileia: Pärnu (Estland) - Brandenburg (Königsberg) - Braniewo (Brennsberg) - Brusy - Bydgoszcz (Bromberg) - Barcin - Wrzesnia - Wreschen - Prosna - Berndorf - Wroclaw (Breslau) - Bernstadt - Broumov (Braunau) - Brandys - Bystrice nad Pernsteynem - Pernstejn - Brno (Brünn) - Slavkov u Brna - Breclav (Lundenburg) - Bratislava (Pressburg) - Parndorf - Brennbergbanya - Sopron - Bernstein - Brestanica - Bresternica (= Maribor) - Aquileia (bei Triëste) Zu den namen gehören u.a.: Bystrice nad Pernsteynem, Pernstejn, Bernstein, die als Handels- oder Fundort gut identifizierbar sind. Diese Route wurde von den Volkerwanderungen noch eher betroffen als die Routen um Berlin und ist trotzdem gut nachweisbar in den Siedlungsnamen. Vielleicht stammen die "Bern"-Namen im Osten auch aus ältererer Zeit. Die Gebrüder Grimm sagen in ihrem Worterbuch, dass das Wort Bernstein erst um 1300 benutzt wurde. Vielleicht waren die Routen zwar lange Zeit bekannt, wurden aber die Namen erst im späten Mittelalter fixiert. Es gibt übrigens soviele Namensteile Bern- oder Bären-, dass nicht alle auf "brennende" Ereignisse zurückzuführen sind. Soviele Brände kann es z.B. in og. Route gar nicht gegeben haben. In meiner Heimat Niederlande gibt es einen Ort "Ammerstol" (Theolonium der Ambers, d.h. Zollstation für Bernstein oder Amber) der nachweißlich vor 1400 so benannt wurde und deren Namen Niemand mehr zu einer Bernstein- oder Amberhandel zuordnen kann. Der Name ist sicherlich älter (als 1400), aber die Handelsware wurde nirgendwo dokumentiert. Ich glaube, dass der Bernsteinhandel zumindest während der Kreuzritterzeit im Osten Deutschlands auch wieder mit den alten Handelsrouten betrieben wurde, gebe aber auch zu, dass die Siedlungsnamen vielleicht erst später wieder zugewiesen worden sind. So gibt es in der og. Route von Estland nach Aquileia überhaupt keine Ambernamen, die m.E. auf älteren Strecken deutet. Trotzdem können alte Routen im späten Mittelalter mit "Bern"-Namen neu markiert worden sein. Fazit: Wir stehen noch am Anfang der Untersuchung, aber ich glaube, dass wir mit der Zeit neue Erkenntnisse gewinnen werden.

Mit freundlichen Grüssen, Joannes Richter

Schweiger Friday October 13 2006 10:54:32 AM

Sehr geehrter Herr Richter, sehr geehrter Herr Dr. Willing,

Vielen Dank für die Diskussionen in den letzten Beiträgen. Sie verdeutlichen, dass die Homepage den richtigen Kurs steuert. Der Grundsatz, den ich noch einmal hervorheben möchte, alle Meinungen und Ansichten gleich berechtigt zu behandeln, ist nicht nur Ausdruck der gegenseitigen Achtung, er ist zugleich mit der Wahrung eines demokratischen Prinzips Voraussetzung für eine hohe Effizienz. Offensichtlich spielen inzwischen bei der Ermittlung der Bernsteinrouten drei Kriterien eine Rolle. Das sind: Archäologische Funde Die Groborientierung an den Flussläufen Die Beurteilung nach Wortstämmen ( Brenner, Amber) Wünschenswert wäre, noch die topographischen Gegebenheiten als vorab viertes Kriterium hinzu zu ziehen. (Leider kann ich selbst das vorerst nicht aktiv untersuchen, weil mein Mac OSX, Version 10.2.8 nicht für Arbeiten mit „earth“ geeignet ist. Vielleicht finden sich noch Mitstreiter für diese Aufgabe). Wir sollten die Verabredung treffen, die Rangfolge der Einstufung als „ Ort an der Bernsteinstrasse“ danach vorzunehmen, wie viele dieser Kriterien zu treffen. Für Brambach- Rietzmeck zum Beispiel treffen alle drei Kriterien zu. Der Ort ist darüber hinaus im Zusammenhang mit der Flottenfahrt des Tiberius auf der Elbe 05 nach Chr. als Standort eines Römer-Lagers in der Diskussion, allerdings ohne eindeutige Beweise. Die lange Besiedlungskonstanz mag aber vielleicht ein wenig diese Annahme unterstützen. Unter diesem Blickwinkel, sehr geehrter Herr Dr. Willing relativieren sich Ihre Bedenken zur Anwendung der Wortstammdeutung beziehungsweise einer falschen Wortstammdeutung für Mitteldeutschland infolge einer Bewertung nach noch weiteren Kriterien. Ich war übrigens bei meiner Suche nach Brenner/Amber-Orten sehr enttäuscht darüber, dass entlang der Elbe bis etwa Pirna fast nur Orte mit Ortsnamen slawischen Ursprungs zu finden sind. Das deutet eigentlich darauf hin, dass hier bis dahin unbesiedeltes Land von den Slawen in Besitz genommen wurde. Die Ereignisse Zur Völkerwanderung sind sicher schwer nach zu vollziehen. Ich denke, dass man sich die Völkerwanderung als eine vielschichtige Entwicklung auch mit Migrationprozessen vorstellen kann, mit Parallelen zu der Entwicklung, wie wir sie jetzt selbst erleben. Die Slawen haben sich halt immer das genommen, was sie nehmen konnten und nehmen durften. Das alles weit gehend auch in einem durchaus friedlichen Zusammenleben mit der einheimischen Bevölkerung. Ich mag aus eigenem Erleben aus dem Unterricht in meiner Schulzeit und meiner Erziehung im Elternhaus nicht bedenkenlos den „Raum ohne Volk und Volk ohne Raum-Diskussionen“ folgen, die aber doch noch immer das überkommene Geschichtsbild mit der Vorstellung von entvölkerten Gebieten prägen. Mir ist klar, hiermit ein brisantes Thema an zu scheiden, das im Rahmen des Seminartourismus scher sicher lebhafte Diskussionen auslösen würde, allerdings nicht ohne Risiko für den Veranstalter. Ich stütze meine Ansicht auch auf meine Erlebnisse im Umgang mit Gästen in unserer Pension. Nach meinen Beobachtungen besteht eine große mentale Übereinstimmung zwischen Gästen aus Süddeutschland (den Häuslebauern) und den Verhaltensstrukturen unserer Bevölkerung hier in Sachen-Anhalt. Die Elbgermanen hatte ja Süddeutschland während der Völkerwanderung in Besitz genommen. Die gleichen genetischen Wurzeln, die eben nicht bei der Völkerwanderung vollkommen herausgerissen worden sind, könnten diese, meine Beobachtungen vielleicht erklären. Diese Ansicht wird sicher nicht als wissenschaftliche Betätigungsrichtung anerkannt werden, aber man wird sie ja mal äußern dürfen.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Joannes Richter www.joannesrichter.homepage.t-online.de Backnang Friday October 13 2006 9:44:19 PM

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zur Beurteilung der Kriterien für Bernsteinrouten darf ich vielleicht noch ergänzen: - Archäologische Funde - Die Groborientierung an den Flussläufen - Die Groborientierung an den Wasserscheidelinien und Mittelgebirgsketten - Die Beurteilung nach Wortstämmen ( Brenner, Amber) - Weitere topographischen Gegebenheiten (Flußüberquerungen, usw.) - Geschichtliche Überlieferung (Plinius, Herodot, usw.) Über die Gewichtung der Einzelmerkmale würde ich erst nach Bestandsaufnahme entscheiden. Vielleicht gibt es noch weitere Merkmale, die wir berücksichtigen sollten. Zur Ergänzung der Einstufung Brambach-Rietzmecks: ich stufe nicht jeden Einzelort als "Brenner"-Ort ein: Für mich gelten erst mehrere "Brenner"-Ortschaften in einer Verkettung als Bernsteinstrassenabschnitt. Dieses trifft nun für Brambach- Rietzmeck zu, obwohl dabei eine Flußüberquerung als Negativpunkt in Kauf genommen werden muß. Ich habe übrigens inzwischen auf den Landkarten meiner Homepage die mir bekannte Fundorte für Bernstein aus dem Gästebuch und aus dem dtv-Atlas eingearbeitet. Einige Orte konnte ich allerdings nicht finden, da diese vielleicht für einen Eintrag auf den ADAC-Karten zu unbedeutend sind. Webadresse der Landkarten und Abbildungen: (2 MByte): http://www.joannesrichter.homepage.t-online.de/Androgyn/graphics.pdf Zur Konzentration der Ortsnamen slawischen Ursprungs entlang der Elbe bis etwa Pirna kann ich nur sagen, dass diese Häufung mir bisher nicht aufgefallen ist. Auffällig ist nur, dass lediglich eine Bernsteinroute die Oder nördlich der Donau (und zwar zwischen Bernau und Berlinchen) überquert. Berlin soll bereits 8000 v. C. in der Altsteinzeit besiedelt worden sein, um 700 v.C. gefolgt von einer frühgermanischen Besiedlung. Ab im 6/7e JH. n.C. dann Besiedlung durch westslawische Stämme. Die Slawen haben im Altertum wohl immer als Nachbarvolk östlich der Kelten und Germanen gelebt. Die Grenze wird sich langsam verschoben haben, wohl hauptsächlich von Ost nach West. Das Land wird aber sicherlich nie lange wirkliche "leer" gewesen sein. Meines Erachtens haben die Slawen sogar lange Zeit den kompletten Osthandel (insbes. über Dnjepr und Wolga zum Schwarzen Meer) selbstständig betrieben. Dabei waren die Slawen und Kelten/Germanen Konkurrenten. Die Slawen haben sicherlich gerne eine existierende Bernsteinroute übernommen, auch einschließlich der international bereits bekannten Ortsnamen. Das Wort Bernstein ist vielleicht auch slawischen Ursprungs, denn Herodot hat den Dnjepr bereits 440 v.C. Borysthenes (d.h. Bernstein) genannt. Damals war die Ostroute zum Schwarzen Meer wohl eine reine Slawenroute. (-> Siehe dazu das Verbreitungsgebiet der Slawen auf Seite 32 des dtv-Atlas). Ich betrachte den Bernsteinhandel aus einer größeren Distanz. Aus der Ferne gesehen war ganz Europa für Jahrhunderte der Handelsplatz für Bernstein. Die Handelswege bilden ein natürliches Strassengeflecht, das in Deutschland links und rechts der Elbe die höchste Dichte aufweist. Genau genommen ähnelt das Netz dem "Nervengeflecht" eines Baumblattes, wobei die Routen südlich der Alpen als Stiel gesehen werden dürfen. In einer solchen Struktur ist die Zone zwischen Elbe und Oder nur ein kleiner Schauplatz, dessen Irregularitäten man untersuchen und diskutieren sollte, aber keine grundlegende Einflüsse auf den Gesamthandel ausüben können. Weitab der Elbachse nimmt die Strassendichte spürbar ab. Diese Konzentration der Handelsrouten entspricht der Verteilung der Haupttransportvolumina von den bekannten Bernsteinfundorten zu den reichen Kunden im Nahost. Rom und Griechenland nehmen in diesen Handelsstrassen strategisch bedeutsame Positionen ein, und verdanken ihren Reichtum vielleicht hauptsächlich der Handelsware auf diesen Strassen. Sehr geehrte Herr Dr. Schweiger, In Anbetracht der Textlänge dieses Gästebuches ist es vielleicht langsam Zeit eine Alternativlösung für den Ort unserer interessanten Diskussion zu suchen. Vielleicht kann man die Texte umsetzen auf ForumRomanum, damit auch Neueinsteiger die Diskussion chronologisch leichter folgen können.

Mit freundlichen Grüssen, Joannes Richter

Schweiger Saturday October 14 2006 1:31:37 PM

Sehr geehrter Herr Richter,

Ich bin noch einen Bericht zur Bedeutung der Konsonanten schuldig. Hierzu muss ich gleich eingangs vermerken, dass ich keine geschlossene Theorie anbieten kann. Verstehen Sie bitte meine Ausführungen so, dass ich etwas als Anregung weitergeben möchte, dem ich doch eine größere Bedeutung beimesse. Es ist gewissermaßen ein kleiner Ausschnitt aus meiner Biographie. Vor vielen Jahren hatte mir einmal mein Vater (Lehrer) erzählt, dass er den Konsonanten einen motorischen Sinn zuordnet, die aus dem Sprechvorgang, wahrscheinlich aus den Bewegungen der Zunge oder/und Lippen, wie ich ihn verstanden zu haben glaube, abgeleitet werden kann, dass also durch die Bewegungen der Zunge (Lippen) ein Bewegungsvorgang abgebildet oder beschrieben wird. An einigen Beispielen glaube ich das erläutern zu können. Nehmen wir das R beim Sprechen hat man deutlich das Gefühl einer rollenden Zungenspitze. Es drückt auch für Worte wie rollen und rennen einen Sinn gebenden Bewegungsablauf aus, ist somit der dominante Konsonant in diesen Worten. Nehmen wir das T man merkt deutlich wie die Zungenspitze nach vorn an den Oberkiefer schnellt. Mit dem Wort treffen verbindet sich daher die Vorstellung von einer Wurfbewegung, die ein Ziel erreicht. Bei dem N presst sich die Zunge fest an den Oberkiefer, es passiert also Nichts . Sehr viel schwieriger wird es beim B ich vermeine nur ein leichtes Abheben der Zungenspitze zu verspüren, so als ob diese etwas zu heben, zu Bringen hat. Es ist ungemein mühselig aber eine kreative Herausforderung, die vielen feinen Unterschiede zwischen den Konsonanten heraus zu finden, wozu letztlich viele wortreiche Erklärungen notwendig sind. Letzteres hat mich, wie auch der Umstand „nur“ eine Idee meines Vaters auf zu greifen (ich merke ähnliche Reaktionen jetzt bei meinen Enkel), bisher, zumindest aber in meiner Jugend, abgehalten, an der Sache Gefallen zu finden. Auch mein Einwand, der meinen Vater sichtbar in Verlegenheit brachte, dass nach dieser Theorie alle Sprachen sehr ähnlich sein müssten zumindest, wenn man keine gravierenden anatomischen Unterschiede in der Ausbildung der Sprechorgane zwischen den verschiedenen Rassen voraussetzt, hat mich davon abgehalten, mich mit dieser Theorie weiter zu beschäftigen Um hier weiter zu kommen müssten physikalische Messmethoden angewandt beziehungsweise speziell angepasst werden, zum Beispiel stroboskopische Untersuchungen, was aber nur medizinischen Instituten in Kooperation mit physikalischen Instituten vorbehalten sein kann. Ich meine, dass das Problem Gegenstand einer Dissertation sein kann. Leider ist ein handschriftliches Manuskript, von dem mein Vater des öfteren gesprochen hatte, verloren gegangen bzw. noch nicht wieder aufgefunden worden, so dass ich zunächst nicht viel mehr weitergeben kann. Noch einige Bemerkungen zu den Vokalen. Den Vokalen kommt nur die Beschreibung eines Zustandes zu, sie bilden keine Bewegungsabläufe ab, haben also keine Sinn gebende Bedeutung. Ein Buld, ein Beld, ein Bold, ein Böld. Ein Büld, ein Bäld, ja selbst ein Bald wird in einem Satz immer als Bild verstanden. Sehr „witzig“ und effektvoll kann man dass auch an dem bösen, 1200€ teuren Wort Arschloch erklären. Ein Irschloch ist immer noch ein Arschloch. Das ändert sich sofort, wenn von einem Astloch gesprochen wird. Kürzlich hatte ich etwas von einem Urvokal gelesen, ich glaube bei Efodon. Ich glaube eine so hohe Bedeutung kann man den Vokalen nicht bei messen. Ich habe oben versucht, sehr geehrter Herr Richter, gezielt die motorischen Deutungen für die Konsonanten des Wortes Brenner dar zu legen. Hier nun ein Vorschlag für die Interpretation: B bedeutet etwas heben, etwas bringen nämlich den Bernstein R bedeutet etwas rollen, vielleicht sind die R auchwirbel gemeint beim verbrennen des Bernsteins N zeigt das Ergebnis an: nichts, nichts ist übrig geblieben. Ich muss es den Lesern überlassen, ob sie der Argumentation folgen. Entsprechend dieser Argumentation ist eigentlich wenig an Ihrer Ortsauswahl, sehr geehrter Herr Richter, aus zu setzen. Ich wäre nur skeptisch, wenn weitere oder andere als die obigen Kernkonsonanten in die beiden Stammworte Brenner und Amber eingebaut oder diese ersetzen sollen sind. Das ist zum Beispiel der Fall bei: Bersenbrück, Andernach, Ammelgoswitz. Velke Brezno (z!), Pressath, Mengersgereuth. Bremen. Vor Jahren Hatte ich einmal Kenntnis von einer Auseinandersetzung erlangt, in der ein Hobbyforscher, übrigens auch ein Herr Richter, aus Leipzig, der sich dem Keltischen verschrieben hatte, für eine Geländeabschnitt mit der Bezeichnung Lauer eine identische keltische Entsprechung gefunden hatte. Er wurde belehrt, dass Lauer sich aus dem slawischen Wort Lugrebe herleitet. Ich frage mich, was sollen die zusätzlichen Konsonanten G und B ? In der Hoffnung Ihnen ein wenig Nützliches vermittelt zu haben verbleibe ich

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Richter, Joannes Sunday October 15 2006 8:30:02 AM

Versuch einer Rekonstruktion des Bernsteinhandels aus den Kriegszügen der Germanen Sehr geehrter Herr Schweiger, Vielen Dank für Ihre Stellungnahme im Gästebuch, die ich heute noch genauer studieren muss. Zuvor möchte ich jedoch folgenden geschichtlichen Ablauf präsentieren, die ich schon zusammenhängend formuliert hatte: Bedeutende Informationen zu den Handelsrouten der Bernsteinhandelsrouten sind vielleicht den germanischen Kriegszügen zwischen 120-101 v.C. zu entnehmen. Dabei werden die geschichtliche Rahmendaten aus der römischen Geschichtsschreibung entnommen. Um 120 vor Christus beginnen die Cimbern und Teutonen, zusammen mit den Ambronen aus Jütland einen Krieg gegen die Römer. Der Germanenstamm "Ambronen" aus Jütland ist zu dieser Zeit wohl der Organisator für den Amber- oder Bernsteinhandel aus dem Bereich der Bernsteininseln (Glaesaria). Die gemeinsame Kriegsmacht der Germanen zieht im Gebiet zwischen der Elbe und Oder gen Süden. Die zugehörige Route wird dokumentiert auf der Karte 88 im dtv-Atlas der Weltgeschichte (Ausgabe 2006) und folgt dabei eine Bernsteinstrasse (vom Norden Jütlands bis Hamburg, dann von Hamburg nach Berlin, Prag bis zum Mündungsgebiet der Drawa in die Donau nahe Belgrad. Dort gründen die Teutonen die Stadt Teutoburgium. Anschließend zieht die Kriegsmacht entlang der Sava nach Norden. In der Schlacht von Noreia (Zagreb, Kärnten, 113 v.C) besiegt die Germanenarmee die Römer. Die Germanen ziehen weiter nach Norden bis zur Mainmündung in den Rhein, wenden sich dann nach Süden in das Rhonetal. Dort besiegen sie es 109 und 105 v.C. bei Arausio die Römerarmee. In Rom bricht Panik aus (2. Keltensturm). Der zum Konsul gewählte Marius (104 v.C.) führt eine Heeresreform durch und bildet aus Proletariern eine Berufsarmee. Die Teutonen und Ambronen ziehen durch Gallien nach Paris. Von Paris folgt die Armee die Bernsteinstrasse nach Bern, überquert die Alpen am Bernhardpass und erreicht Aquae Sextiae bei Marseille um 102 v.C. Es kommt nun zur Schlacht mit den Römern. Mit der reformierten Armee besiegt Marius die Teutonen und Ambronen in der Schlacht bei Aquae Sextiae (102 v.C.). Die Cimbern ziehen weiter südlich durch Spanien und wenden sich bei Barcelona nach Norden, überqueren die Pyrenäen und ziehen 104 v.C. durch Gallien nach Paris. Von Paris folgt die Armee die Bernsteinstrasse nach Bern, wendet sich ostwärts und überquert den Brennerpass und zieht nach Mailand, wo die Kriegsmacht auf die Römerlegionen stösst. Dort besiegen die Römer die Cimbren in der Schlacht bei Vercellae (101 v.C.). Es fällt auf, dass fast alle Armeebewegungen Bernsteinrouten folgen, die zugleich die Flußüberquerungen soviel wie möglich meiden. Der 2. Keltensturm ist offensichtlich ein letzter Versuch der Germanen, den Bernsteinhandel von den friesischen Bernsteininseln (Glaesaria) und Dänemark in den Süden zu sichern. Der Feldzug quer durch Europa streift alle zu dieser Zeit wichtigen Bernsteinrouten nördlich der Alpen. Nach den Niederlagen bei Aquae Sextiae und Vercellae geben die Ambronen den norddeutschen Bernsteinhandel auf. Dadurch verlagert sich der Bernsteinhandel von Friesland und Dänemark in das Baltikum, wo sich weiter östlich die klassische Ostroute von Pärnu/Klaipeda nach Aquileia bildet. Diese Route wird bis zum Zusammenbruch des Bernsteinhandels nach dem Kaiser Nero intensiv betrieben. Die westliche Bernsteinrouten (westlich der Oder) werden vermutlich nach den Niederlagen um 100 v.C. vernachlässigt.

Mit freundlichen Grüssen - Richter-

Richter, Joannes Sunday October 15 2006 9:40:13 AM

Sehr geehrter Herr Dr. Schweiger,

Die von Ihnen erwähnte Bedeutung der Konsonanten und Vokalen ist sicherlich vorhanden, wurde jedoch in den Sprachen bereits zu Urzeiten gebildet. Dementsprechend unsicher sind auch Thesen in diesem Bereich. Vermutlich sind die Sprachen, die Sie in Ihren Thesen und in den Thesen Ihres Herrn Vaters ansprechen, alle indoeuropäisch und stammen aus einer gemeinsamen Quelle. Die spezifische Bedeutung der Konsonanten und Vokalen ist dann bereits in dieser Quelle vorgegeben und hat m.E. eher einen religiösen Ursprung. In den Urzeiten der Sprachbildung wurden alle Elemente mit Bedacht gewählt und dokumentieren die Urkräften der Gesellschaft. Das sind nun mal die religiöse Fundamente gewesen. Bernstein hat zu dieser Zeit noch keine Bedeutung. Es sind höchstens die Wörter für "Brennen", die hier vielleicht eine Rolle spielen. Für "Brennen" gibt es jedoch viele Begriffe, die je nach Brennart (Schmoren, lichterloh brennen, leuchten, Wärmen, usw.) sehr unterschiedlich ausgeprägt werden. Ich habe mindestens ein Dutzend Wörter für "Brennen" gefunden, z.B.: Aiten (ahd. "Brennen" -> Agstein, Agstein für Bernstein), Aelektoor (hell erstrahlen-> Elektron), Amburo (Ansengen-> Amber), Ardeo ( feurig glühen-> Ardennen), Bernen (Brennen-> Bern), Bruciare-Brugo (Gr.: frugeo: braten-> Brügge, Brüssel), Indogerm.: Rav, usw. Ich würde ungern die Bedeutung der Konsonanten und Vokalen in diesen Wörtern diskutieren, jedoch lieber auf die religiöse Bedeutung der Konsonanten und Vokalen hinweisen, denn darüber ist wesentlich mehr bekannt und dieses Wissen ist auch gut dokumentiert. Ein Teil der Thesen habe ich auch in mehreren Kapiteln meines Buches "Der Brenner & Tuisc Codex" erläutert. Vielleicht an dieser Stelle nur eine Kurzfassung der Thesen, die hauptsächlich auf die jüdischen Kabbala basieren. Nur einige wenige meiner Thesen sind wirklich neu, z.B. die Ausprägung der Pronomina. Im Gegensatz zu Ihrer Annahme der Bedeutungslosigkeit der Vokalen wird den Vokalen in allen alten Büchern (insbes. in der Kabbala) zu diesem Thema die höchste, religiösen Bedeutung zugemessen. Die Vokalen symbolisieren den göttlichen Kern und dürfen (deshalb ?) in einigen Schriften nicht niedergeschrieben werden, z.B. in der jüdischen Schrift. Insbes. die Vokale I,O und U sind die männliche, bzw. weibliche Symbole, die die Kontinuität unserer Gesellschaft garantieren. Diese Vokale findet man als Kern in den Wörtern für Gott, z.B. Dios, Diu-piter, Dieu, Tiu, Tuisco, usw. und werden in meinem Buch ausführlich analysiert. Insbes. die Pronomina der europäischen Sprachen (Ih und Thu in der deutschen Sprache) entstammen m.E. dieser religiösen Symbolik. Auch für die Konsonanten gibt es ähnliche Thesen, die jedoch weitaus weniger sicher sind. Die Völker haben im Altertum parallel zur Sprache wohl eine Basisreligion gehabt, deren Ausprägungen m.E. eine androgyne Schöpfergottheit gemein hatten, im niederdeutschen Bereich war das Tuisco. Dazu gehören auch eine gemeinsame Schöpfungslegende und Schöpfungsmythen. Die Jüdische Kabbala beschreibt die Schöpfung aller Wörter und Elemente aus einem einzelnen Buchstaben Jod = "i". Den Konsonanten werden ausführliche Eigenschaften zugeordnet. Falls Sie diese Studie vertiefen wollen, müssen Sie die Kabbala, z.B. von Papus lesen. Diese Bücher werden immer wieder nachgedruckt. Falls Sie keins finden, kann ich Ihnen eine Verlagsadresse vermitteln. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Hinweisen, die leider nur einen geringen Bezug zum Bernstein aufweisen, ein wenig in die kabbalistische Sprachkunde einweihen konnte. Das Thema wird oft als "unwissenschaftlichen Blödsinn" abgetan, aber es gibt nun mal keine Alternative. Eigene Thesen über Konsonanten sind m.E. aufgrund der Unbekanntheit und Unwissenheit im Bezug zur ursprünglichen Sprachengestaltung zu riskant. Ichselbst habe mich deshalb nur mit den Vokalen beschäftigt. Falls Sie jedoch zu den Konsonanten ein spezifisches Detail wissen möchten, kann ich das in meiner Bibliothek relativ schnell finden und Ihnen zusenden.

Mit freundlichen Grüssen, Joannes Richter

Schweiger Sunday October 15 2006 10:21:22 PM

Sehr geehrter Herr Richter,

Ich habe folgenden Vorschlag zur Klärung der Kontroverse um die Bedeutung der Vokale. In meinem Beitrag streiche ich das nur. Vokale kennzeichnen einen Zustand. Das schließt ein, dass der am höchsten zu bewertende Zustand das Eingehen in Gott oder das Eins sein mit einer Gottheit durch Vokale ausgedrückt wird, womit auch deren religiöse Bedeutung erklärt werden kann. Ich habe mich bisher noch nicht mit den sicher sehr interessanten religiösen Aspekten der Sprachschöpfung befasst und daher diese auch noch nicht verinnerlicht. Ich bitte daher meine Darstellungsweise zu entschuldigen. Die Konsonanten kennzeichnen eine Handlung. Sie sind, nach der von mir vertretenen Auffassung, entstanden, als der urzeitliche Mensch versucht hat, Bewegungsabläufe mit der Zunge und/oder den Lippen nach zu bilden. Dass damit zwangsläufig auch Laute erzeugt werden, ermöglichte sehr schnell die Entwicklung einer Kommunikation durch Sprachen unter den Menschen. Ich möchte nochmals betonen, dass für eine objektive Beurteilung dieser Hypothese auch physikalische Messmethoden heran gezogen werden sollten. Es würde sich lohnen hier einigen Aufwand zu treiben. Gelingt es jedem Konsonanten eine Bewegungsart oder Bewegungsform zu zuordnen, wäre man Computer gestützt sofort, bzw. sehr schnell in der Lage, diese nach ihrer Häufigkeit zu ordnen und damit eine Abbildung menschlicher Handlungen oder Bedürfnisse zu gewinnen. Das wäre zum Beispiel nützlich bei der Entschlüsselung unbekannter Schriften. Die Engländer sollen ja nach diesem Prinzip die deutschen Funkcodes im U-Bootkrieg geknackt haben. Lassen Sie mir bitte etwas Zeit, zu Ihren weiteren sehr interessanten Vorschlägen und Hinweisen in Ihren Beiträgen Stellung zu nehmen. Mit diesem kurzen Beitrag kam es mir darauf an, und es liegt mir viel daran, mögliche Missverständnisse so schnell wie möglich aus zu räumen,

Mit besten Grüssen M. Schweiger

Richter, Joannes Sunday October 15 2006 11:31:05 PM

Sehr geehrter Herr Dr. Schweiger,

Sie brauchen sich nicht entschuldigen, denn wer sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hatte, kann diese Details nicht wissen. Die Völker des Altertums haben allerdings keine wissenschaftliche Instrument zur Sprachentwicklung gehabt oder benötigt. Jeder Buchstabe entspricht einem Klang und jeder Klang wurde einem Körperteil, Ereignis, Charaktereigenschaft, usw. zugesprochen. Auf diese Weise ist wohl damals unsere Sprache entstanden. Sicherlich haben dabei Korrelationen zwischen Klang und Körperteil, Ereignis, Charaktereigenschaft, usw. eine grosse Rolle gespielt. Diese Entwicklung nach zu empfinden überlasse ich gerne den Mutigen. Ich kann Ihnen dazu aber gerne in einer Diskussion meine ehrliche Meinung geben, die ich aber keineswegs als Fachwissen bezeichnen möchte.

Mit freundlichen Grüssen, Joannes Richter

B.Willing berndwil@t-online.de Wednesday October 18 2006 9:08:52 AM

Sehr geehrte Herren,

Ich habe in etwas älterer Literatur aus unserem Nachbarkreis Köthen eine Zuordnung der deutschen Dorfnamen zur Gründungszeit gefunden. Kein Name hat etwas mit Bernstein zu tun. Hermunduren: Krüchern, Großpaschleben; Franken: Biendorf, Priesdorf, Zeundorf?, Gerlebogk, Körmigk; Kolonisation: Wohlsdorf, Arensdorf, Baasdorf, Dohndorf, Elsdorf, Fernsdorf, Gahrensdorf, Hohnsdorf, Hohsdorf, Ilbersdorf, Pfaffendorf, Pfitzdorf, Pfriemsdorf, Pissdorf, Reinsdorf, Riedorf, Rohnsdorf, Sibbesdorf, Sixdorf, Wadendirf, Wiendorf, Zeundorf? Wenndorf, Osternienburg, Würflau, Zehringen; Nach 1300: Werdershausen. Dem gegenüber ein paar slawisch gedeutete Ortsnamen: Slawisch: Merzien (Schindanger?), Klepzig (Dorf des Klep), Storkau (Gut des Stork), Zemigkau(Gut des Zemech), Ziebigk (Dorf des Zubeck), Gütersee (Gut des Jitros), Wulfen ( Hinterhalt), Frenz (Vranez= Schwarze), Geuz (Ghudec=ärmlich), Kühnau (Kiefernort) Slawische Ortsbezeichnungen gehen auf Besitzernamen, Attribute der Einwohner, typische Vegetation oder sonstige Besonderheiten zurück. Auch hier ist kein Name auf "jantar" dem slawischen Wort für Bernstein, zurück zu führen.

Mit freundlichen Grüßen B.Willing

Schweiger Wednesday October 18 2006 8:04:59 PM

Sehr geehrter Herr Richter,

Sie haben Recht, das Thema „Deutung der Konsonanten“ erfordert viel Mut, im Besonderen wenn man sich mit eigentlich nahe liegenden Denkstrategien in die sicher sehr umfangreichen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen einklinkt. Es birgt für Jemanden, der das Thema, wie ich es tue, unbedarft angeht das Risiko in sich, sein Ansehen aufs Spiel zu setzen. Trotzdem halte ich es als allgemein gültiges Prinzip für wünschenswert, eine strittige Ansicht zu äußern, weil nur so vielleicht doch Impulse für eine Weiterntwicklung ausgelöst werden können. Vor Allem werden hier aber Grenzen des für einen Einzelnen Machbaren hinsichtlich technischer Mittel, personeller Unterstützung und vor Allem hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Zeitfonds aufgezeigt. Man kann sich sehr schnell verzetteln. Ich ertappe mich zum Beispiel dabei, auch den Schriftzeichen, die im Prinzip aus, in bestimmter Weise gesetzten Strichen, bestehen, eine motorische Bedeutung zu zuordnen, die vielleicht mit den, in den früheren Beiträgen hier im Gästebuch, geäußerten Ansichte korreliert. Ein aufwändiges und zunächst aussichtsloses Unterfangen. Damit muss im Interesse des Themas Bernsteinstrasse Schluss sein. Ich schlage daher vor das Thema „ Konsonanten“ zunächst nicht mehr weiter hier im Gästebuch zu behandeln.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Richter, Joannes Wednesday October 18 2006 9:42:07 PM

Sehr geehrter Herr Dr. Schweiger,

Falls Sie über dieses Thema diskutieren wollen, ist sicherlich ein weniger öffentliches Forum oder eMail-Kommunikation besser geeignet, zumal Sie sich noch in der Brainstromingphase befinden. Sie können gerne auch die Textpassagen zu diesem Thema aus dem Gästebuch entfernen, damit diese den Interessenten im Lesefluss nicht stören.

Mit freundlichen Grüssen, J. Richter

Schweiger Wednesday October 18 2006 9:56:37 PM

Sehr geehrter Herr Richter,

Ihre Darstellung der Cimbern- Teutonen und Ambronenzüge gewissermaßen als Auseinandersetzung zweier imperialer Mächte um die Kontrolle des Bernsteinhandels hat mir natürlich gut gefallen, weil eine solche Aussage die Darstellung der Bernsteinstrasse aufwertet. Da ich die Absicht habe solche Ansichten im Rahmen des Seminartourismus zur Diskussion zu stellen, muss ich Sie fragen ob hierzu Quellennachweise vorliegen. Aus meiner Schulzeit kann ich mich eigentlich nur erinnern ( und viel mehr wird man bei Touristen nicht an Kenntnissen voraussetzen können), dass diese Züge als eine Auswanderung mit Kind und Kegel auf Grund einer vermuteten Naturkatastrophe vermittelt wurden Mich hatte eine Bemerkung beeindruckt, nach der die wehrlosen Frauen nach den militärischen Niederlagen massenhaft Selbstmord in den Wagenburgen begangen haben. In wie weit das vielleicht der Blut- und Ehreideologie der Nazis geschuldet war kann ich nicht beurteilen. Es ist schon wichtig hierzu seriöse Quellen nachweisen zu können. Auch ihre Schlussfolgerung, dass die Züge den Bernsteinrouten folgten, findet meine volle Zustimmung. Die Bernsteinrouten sind nun einmal geostrategische Vorzugsrichtungen. Es ist vielleicht kein Zufall, wenn unser Exkanzler diesen Begriff im Zusammenhang mit der Türkei-Politik geprägt oder verwendet hat. Ihr Hinweis auf die Meidung von Flussquerungen ist einleuchtend und legt nahe, dass vielleicht einer Elbe-Havel-Spreeroute (auch Oder- Neiße) eine größere Bedeutung zugebilligt werden muss.

Mit freundlichen Grüssen M. Schweiger

Richter, Joannes Wednesday October 18 2006 10:46:29 PM

Sehr geehrter Herr Willing,

Vielen Dank für Ihre Überprüfung. Es ist beileibe nicht so, dass man überall in Deutschland Ortsnamen findet, die sich auf die unterschiedlichen Benennungen Bernsteins zurückführen lassen. Auf Yantar (der russische Begriff für Bernstein) habe ich nur 3-4 Einträge in Europa zurückführen können. Diese habe ich in meiner Veröffentlichung gar nicht aufgenommen. Insgesamt konnte ich in ganz Europa nur etwa 2000 Ortsnamen die unterschiedlichen Benennungen Bernsteins überhaupt zuordnen. In der Nähe Köthens verlaufen m.E. zwei Routen. Die Hauptroute streift Bernburg (Saale) und wird auch von Karl Jülicher folgendermaßen beschrieben: „Von der Nordsee verlief die Route elbeaufwärts bis zur Saale-Mündung und gabelte sich dort. Ein Strang führte über Böhmen an die Donau, dann den Inn aufwärts über den Brennerpass nach Oberitalien. Ein anderer durchquerte Thüringen und Hessen bis zum Rhein, folgte ihm stromauf bis in die Schweiz, wandte sich zur Rhone und endete in Massilia (Marseille). Was den Handelsweg betrifft, der in Ostpreußen begann, erwähnt bereits Plinius, dass die Germanen Bernstein nach Pannonien, der Provinz zwischen Donau und Alpen, transportierten. Von dort brachten die Veneter die Ware an die Adria und nach Italien. Von Ostpreußen wurde Bernstein auch durch Russland bis ans Schwarze Meer exportiert, wo an der Mündung des Dnjepr der Handel mit Griechenland blühte.” Meine Rekonstruktion der Routeführung lautet im Bereich Bernburg: Route 4, Richtung SO, von Bremen über Verden, Braunschweig, Barsleben, Bernburg, nach Pirna bei Dresden Die Route verläuft nördlich der Weser und Aller, erreicht die Elbe bei Magdeburg und führt von dort Richtung Süden. Die Route führt nördlich der Saale bis Halle und dann nördlich der Elster bis Leipzig. Von dort folgt sie der Parthe und Mulde bis Dresden. Bremen, Bornmoor, Brammer, Bornkamp, Brammer, Brunsbeck, Hamberg (106 m), Bargfeld, Bernsteinsee, Barwedel, Barnbruch, Brunsrode, Braunschweig, Brome, Berenbrock, Born, Bornstedt, Barleben (Magdeburg/Elbe), Neubrandsleben, Hakeborn, Heteborn, Groß Börnecke, Bernburg, Neuborna, Bründel, Berwitz, Branitz, Braschwitz, Beerendorf, Pressen, Parthe (Fluss), Borsdorf, Brandis, Ammelshan, Parthenstein, Groß-Bardau, Bernbruch, Brösen, Bornitz, Priesen, Deutschenbora, Pirna bei Dresden. Die zweite Route in der Nähe Köthens wäre: Route 5, Richtung SO, von Hamburg bis Delitsch (via Brandenburg) Die Route folgt zunächst der Elbe bis Breese und nähert sich Brandenburg vom Norden. Die Erweiterung von Brandenburg bis Halle wurde in Oktober 2006 ergänzt auf Anregung von Dr. M. Schweiger. Hamburg, Bahrendorf, Barnitz, Brandleben, Baarz, Brünken, Bernheide, Breese, (Dorf) Brandenburg, Breddin, Brenkendorf, Bartschendorf, Brädikow, Barnewitz, Brielow, Brandenburg, Pernitz, Hammerdamm, Groß Briesen, Pramsdorf, Börnecke, Glashütte, Bärenthoren, Bornum, Bernsdorf, Brambach, Breesen , Fernsdorf, Priesdorf, Prussendorf, Brehna, Beerendorf-Delitsch (nördlich von Leipzig) -> Anschluß auf Route 4. Diese Route kreuzt die Elbe bei Brambach. Es ist denkbar, dass die slawische Namen früher oder später neugründeten Siedlungen in der Nähe Köthens zugewiesen wurden. Routen die eindeutig durch slawischem Gebiet verlaufen werden merkwürdigerweise auch mit "deutschen" Namen markiert, z.B. die bekannte und bereits in diesem Gästebuch beschriebene Route von Königsberg nach Aquileia. Meine Erklärung: Der ungarisch/ukrainische Name für Bernstein lautet Borstyan und dieser Name ist doch sicherlich mit Bernstein verwandt. Vielleicht ist Yantar gar kein alter Name für Bernstein? Sie können die Route graphisch leichter nachvollziehen in den Veröffentlichungen auf meiner Homepage.

Mit freundlichen Grüssen, Joannes Richter

www.nacmr.de

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